Angsthasen-Fußball verärgert die Fans

Real Mallorca beim 0:0 gegen schwachen FC Barcelona zu defensiv

Ein Punkt gegen den großen FC Barcelona, das ist doch was. Von wegen. Nur Sergio Kresic, Trainer des Fußball-Erstligisten Real Mallorca, mochte das müde 0:0 gegen den großen katalanischen Rivalen als Erfolg werten. „Denn”, so der Kroate, „ein Punkt ist eine Menge wert, wenn man unten steht.” Von den professionellen Beobachtern auf mallorquinischer Seite bekam's Kresic erstmals seit seinem Amtsantritt knüppeldick. Er habe aus Angst zu verlieren auf eine Mauertaktik im eigenen Haus gesetzt und während der Partie nicht erkannt, dass es „so leicht war wie schon seit Jahren nicht mehr, Barcelona zu schlagen”. Was sich in den ersten 45 Minuten auf dem Rasen von Son Moix abgespielt habe, sei eine „Beleidigung für den Fußball” und „Betrug am Zuschauer” gewesen.

Letztlich mussten sich die Gastgeber diesen Schuh anziehen, denn sie spielten nicht nur vor eigenem Publikum, sondern auch gegen den drohenden Abstieg. Pech für die Zuschauer, dass auch „Barça” nicht nach Mallorca gekommen war, um auf Sieg zu spielen. Überdies war die katalanische Kreativabteilung nach einem Tritt von Nadal gegen Rivaldo (7.) schon früh weitgehend außer Gefecht gesetzt. Lediglich einmal tauchte der Brasilianer gefährlich in Tornähe auf, doch da war auf Seiten von Real Verlass auf Keeper Carlos Roa, der einmal mehr zum besten Spieler seiner Elf avancierte.

Erst nach der Pause legte sich die Langeweile, weil Barcelona mit der Einwechslung von Saviola und Real mit Ibagaza dem Spielwitz eine Chance gab. Hier den Distanzschuss von Saviola, den Roa parierte, dort ein direkter Freistoß von Campano, der knapp über die Latte strich. Und auch Luque und Losada kamen nun zum Abschluss.

Bei der Feststellung, seine Elf habe „nicht einen Punkt gewonnen, sondern zwei verloren”, muss Barça-Coach Rexach wohl an die beiden Möglichkeiten von Saviola und Kluivert in den Minuten 71 und 72 gedacht haben – auch hier war Roa auf dem Posten.

Bleibt für Real die Erkenntnis, dass es am Tabellenende nach dem Sieg von San Sebastian noch enger als bislang schon zugeht – gerade drei Punkte trennen die Insulaner vom neuen Schlusslicht Teneriffa. Vielleicht ein Vorteil im Liga-Endspurt, dass die Kresic-Elf noch gegen sechs Teams aus der Abstiegszone antreten muss. Zunächst am kommenden Wochenende bei Real Zaragoza, das im Kellerduell in San Sebastian unterlag. Und bald ist auch Torjäger Samuel Eto'o wieder dabei – am Sonntag stand er mit Kamerun im Afrika-Cupfinale.

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