Die Chance der Krise

Mallorca 2002 – da weiß man, was man hat / VON WOLFRAM SEIFERT

Eines hat auch das Jahr 2001 gezeigt: Mallorca ist ein grundsätzlich sicherer Hort. Wir leben und urlauben auf einer Insel, die zu einem Staat mit stabiler Demokratie gehört, von der Terror oder gar Krieg weit weg sind, die schreckliche Naturkatastrophen nicht zu befürchten hat, die wirtschaftlich gefestigt ist und deren Zukunftsprognose im grünen Bereich liegt.

Die andere Seite der Medaille: Der grundsätzlich sichere Hort Mallorca ist ein Teil dieser Welt – einer zunehmend unsicheren Welt. Wie stark die Insel ins internationale wirtschaftliche Netz verwoben ist, hat der 11. September gezeigt.

Denn seither hat Mallorca Gäste und damit Einnahmen eingebüßt. Die Flugzeuge nach und die Hotels auf Mallorca blieben leerer als ein Jahr zuvor; das touristische Weihnachtsgeschäft war bescheiden.

Das lag nicht nur daran, dass die Menschen in unsicheren Zeiten lieber zu Hause bleiben. Viel wichtiger: In Zeiten, in denen das Flugzeug von vielen als unsicheres oder gefährdetes Verkehrsmittel angesehen wird, ist der größte Vorteil der Urlaubsinsel dahin – die rasche und preiswerte Erreichbarkeit. Die Reise mit dem Auto ist keine Alternative, sie dauert zu lange und ist zu teuer.

Wird Mallorca daher zu den touristischen Verlierern des Jahres 2002 gehören? Wir sind, trotz allem, Optimisten.

Denn gerade in schwierigen Zeiten besinnen sich die Menschen auf das Bewährte, Gewohnte, Sichere. Drei Viertel der Mallorca-Gäste kommen nicht zum ersten Mal oder sind Stammgäste. Nicht ohne Grund: Mallorca – da weiß man, was man hat.

Das wird bei vielen mögliche Angst vor dem Fliegen aufwiegen. Zumal die Kontrolle auf den Flughäfen immer schärfer und die Sicherheit in den Jets immer größer geworden ist.

Mallorca bietet die Krise eine Chance – sich als guter Gastgeber zu profilieren, als besserer jedenfalls als in der jüngeren Vergangenheit, in der vielfach nur abkassiert wurde. Den Dienst am Gast – er fängt bei den Preisen an und hört beim Service lange noch nicht auf – gilt es wiederzubeleben. Mallorca muss wieder zum Urlaubsziel werden, an dem sich alle Gäste rundum wohlfühlen. Wer sich wohlfühlt, kommt wieder – und spricht darüber.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und der Insel Mallorca ein glückliches Neues Jahr.

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