Die Glosse

Die Polizei und ich / VON SABINE SCHMÖLLER

D ass sich manche Leute gut fühlen, wenn sie von Polizisten in Uniformen umgeben sind, ist schön. Ich fühle mich höchst unsicher, so als hätte ich was ausgefressen. Und das, obwohl ich in meinem ganzen Leben nicht einmal bewusst gegen das Gesetz verstoßen habe.

In Deutschland waren sie nicht besonders hübsch, die Polizisten in ihren beige-dunkelgrünen Kompositionen, aber leicht erkennbar. Alle sahen sie gleich aus. Auch die Polizeiwagen waren leicht zu orten mit ihrem schönen weiß-grünen Anstrich.

Auf Mallorca war ich verloren. Meine Paranoia steigerte sich ins Uferlose aufgrund der frappierenden Ähnlichkeit zwischen Taxis und Polizeiautos.
Mit dieser Vielzahl von Polizei-Uniformen in Spanien und ihren unterschiedlichen Zuständigkeiten kam ich auch nicht klar. Und wahrlich: Nichts konnte ich richtig machen. Die Zusammenstöße mit den Beamten – egal welcher Couleur – häuften sich.

Ich wurde angehalten, weil ich mich mit meinem Rad falsch einordnete oder weil ich es falsch abstellte. Immer waren die Polizisten der Policía Local in ihrer einfachen blauen Kluft freundlich, meiner germanischen Erscheinung höchst zugetan. Jetzt ist mein Fahrrad gestohlen worden, sie langweilen sich bestimmt.

Ließen sich die Blauen noch mit einem Lächeln besänftigen, zeigten sich die Oliven der Guardia Civil höchst unbarmherzig. Kein noch so netter Augenaufschlag half, teuer kam mich meine Orientierungslosigkeit im Kreisverkehr zu stehen.

Der Kontrollen bin ich leid. Wie ich mich auch bewege, ich ziehe die Polizisten magisch an. Kein Wunder, dass meine Aggressivität steigt, sobald ich nur ihre Blicke auf mir spüre. So auch, als sie mir vor kurzem nachts hinterherfuhren. Wütend drehte ich das Fenster herunter: „Qué quiere?, fauchte ich ungehalten. „Ich weiß nicht, was Sie gegen uns haben, aber wenn Sie das Licht einschalten, sehen Sie bestimmt besser”, sagte ein über beide Ohren lächelnder, außergewöhnlich attraktiver Beamter. Angriff ist eben nicht immer die beste Strategie.

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