Alle gegen alle: Krach um Lärm wird heftiger

Im Streit: Hoteliers, Stadtverwaltung, Opposition, Diskotheken, Barbetreiber

Im Dauerkonflikt um nächtliche Ruhestörung durch Bars, Straßencafés und Biergärten in Palma werden die Wortwechsel zusehends lauter: Einem Paukenschlag gleich hat die Vereinigung der Hoteliers an der Playa de Palma der Stadtverwaltung am Dienstag vorgeworfen, in Sachen Lärm untätig zu verharren und die vorhandenen Verordnungen zur Vermeidung von Krach nicht konsequent umzusetzen. Vor allem in der gutbesuchten Touristenzone bei Arenal – wo sich die einschlägig bekannten Lokale der Bier- und Schinkenstraße sowie der ,,Ballermann 6” befinden – liege der Lärmpegel ,,alarmierend hoch”. Mit Spitzen von über 85 Dezibel überschreite die Geräuschkulisse bei weitem den von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Wert, der für den Außenbereich lediglich 45 Dezibel vorsieht.

In den Chor der Hoteliers stimmte die Opposition im Stadtrat von Palma ein. Jordi López von den Grünen warf der regierenden Volkpartei PP und Bürgermeister Joan Fageda Nachlässigkeit vor. Trotz einer Vielzahl von Beschwerden wegen Lärmbelästigung sei nichts geschehen. Die Stadt konterte, bereits gegen 19 Lokale an der Playa Restriktionen wie etwa dreitägige Betriebsschließungen verhängt zu haben.

Der Sozialist Antoni Roig warf der Stadtverwaltungeine diskriminierende Ungleichbehandlung der Gastwirte in Palma vor. Roig bezog sich damit auf die Bar- und Restaurantbesitzer in Palmas beliebten Ausgehviertel Sa Lonja. Die rund 60 Lokale müssen künftig unter der Woche um 1 Uhr, an den Wochenenden um 2 Uhr die Musik ausstellen. Dagegen will die Stadtverwaltung den übrigen Gastwirten in Palma allgemein erlauben, ihre Gäste auf den Außenterrassen bis 3 Uhr morgens mit Musik zu unterhalten, wenn bestimmte Auflagen zur Lärmvermeidung eingehalten werden.

Die beschlossene Ausweitung der Musikzeiten bringt Palmas Hoteliers entsprechend auf die Palme. Dagegen sieht sich die Vereinigung der Biergarten-Wirte durch die Dezibel-Studie der Hoteliers diffamiert und kündigte ihrerseits Verleumdungsklagen gegen den Verband an. Und Verwaltungsklagen gegen die Stadt haben auch Lonja-Wirte angekündigt.

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