Bei dem Fossil handelt es sich um ein Reptil aus der Gruppe der Captorhinidae. | Smokeybjb / Wikipedia

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Katalanische und deutsche Paläontologen haben gemeinsam das Fossil untersucht, das eine deutsche Wanderin vor Jahren zufällig im Tramuntana-Gebirge gefunden hatte. Die Forscher sind sich einig, dass es sich um das Skelett eines Kriechtieres aus der Zeit des Perm handelt, etwa 260 Millionen Jahre alt ist und der Gruppe der längst ausgestorbenen Captorhinidae zuzuordnen ist. Jetzt sollen die Überbleibsel des Urwesens im Naturwissenschaftlichen Museum Sóller ausgestellt werden.

Hintergrund: Die deutsche Rentnerin Lieselotte Hannen stieß bei einem Spaziergang vor 14 Jahren auf einen merkwürdigen Knochen samt Zähnen. Einige Jahre später ließ ihre Familie das Fundstück dem Steinmann-Institut für Geologie, Mineralogie und Paläontologie in Bonn zukommen. Einem Team von Wissenschaftlern gelang es schließlich, Hannens Fund dem Schädel eins Reptils zuzuordnen. Gleichzeitig bestätigten die Forscher, dass Knochen dieses Typs von Wirbeltier bisher in Südeuropa nicht gefunden wurden. Lediglich in Amerika, Afrika, Asien und Nordeuropa war man auf Überreste der Captorhinidae mit ihren typischen scharfen Zahnreihen gestoßen.

Noch befindet sich das Skelett des Tieres zu Untersuchungszwecken in Berlin, soll aber bereits in wenigen Wochen nach Mallorca gebracht und für die Öffentlichkeit ausgestellt werden. Das Museum in Sóller arbeitet seit Jahren eng mit dem Paläontologischen Institut Kataloniens zusammen, das gemeinsam mit den deutschen Wissenschaftlern die Knochen untersucht hatte. (cze)