Das Paradies kann man nicht kaufen

69 kleine Inseln und Felsenriffe umkränzen Mallorca

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Die Malgrats-Inseln dominieren die Küste von Santa Ponça.

Die Malgrats-Inseln dominieren die Küste von Santa Ponça und lassen sich am besten mit der Yacht oder dem Ausflugsboot erkunden.

Foto: Foto: A. Sepulveda
Die Malgrats-Inseln dominieren die Küste von Santa Ponça.Sicher nicht bewohnbar, aber mit Vegetation: S'Illot bei Alcúdia.Alcanada bei Alcúdia gehört zu den schönsten Kleininseln vor Mallorcas Küste.Blick auf die Illa d'en Colomer auf dem Weg zum Kap Formentor.Die Illa Formentor am gleichnamigen Badestrand.Dragonera wurde in den 70er Jahren vor der Bebauung gerettet.

Inseln regen seit jeher die Fantasie der Menschen an. Nicht erst seit Robinson Crusoe und der Meuterei auf der Bounty gelten sie in der Literatur als Ort der Rettung, als Versteck für Schätze und Schmuggler, aber auch als Hort von Geheimnissen und Schauplatz von Verbrechen.

Einsiedler und Philosophen nutzen sie bisweilen als Rückzugsort für die innere Einkehr, Erkenntnis und Wandlung. Vielleicht trägt das auch zur Faszination von Mallorca bei. Erst recht gilt es für die insgesamt 69 kleinen Eilande und Felsen direkt vor der über 550 Kilometer langen Küste. Höchstens 42 davon verdienen nach Ansicht von Geografen allerdings tatsächlich die Bezeichnung Insel.

Die Bandbreite dieser "islotes" reicht von 4,2 Kilomtern Länge und 0,9 Kilomettern Durchmesser auf Dragonera bis hin zu den wenigen Metern von Sa Batedura des Gegant an der Costa de los Pinos. Eigentlich handelt es sich hier eher um einen hohen Felsen im Meer, auf Mallorquinisch Faralló genannt.

Solche Formationen sind zwar oft sehr steil, weisen aber teilweise eine beachtliche Größe mit üppiger Vegetation auf und werden von den Seefahrern zu den kleinen Inseln gezählt. Damit unterscheiden sie sich von bloßen Felsenriffen, den so genannten Esculls. Sie sind entweder sehr klein und zerklüftet oder so flach, dass sie von der Brandung überspült werden können. Trotz klangvoller Namen wie Can Barret, Ses Calafats oder Penyes de Cala Blanca, fallen sie daher in eine andere Kategorie.

Manche Experten stellen an eine Insel noch etwas höhere Ansprüche. Entweder greift die kanadische Definition - genug Erde und Süßwasser für einen Baum - oder die zumindest vorübergehende Bewohnbarkeit. Das würde auf viele der Inseln vor Mallorcas Küste zwar zutreffen, ist aber den Profis von "Vladi Private Islands" in Hamburg noch nicht genug.

"Eine Landestelle und Grundwasser sind wichtig. Es sollte nicht nur ein Refugium für Vögel sein", meint Sprecherin Sabine Rollinger, deren Firma vor Mallorca keine Insel im Angebot hat. Abgesehen davon, dass die Küste in Spanien laut Gesetz der Allgemeinheit gehört, befindet sich auch die Gesamtoberfläche der Kleininseln im Staatsbesitz oder unter strengem Naturschutz. Die früher private Insel Dragonera haben Proteste in den 70er-Jahren vor einem Hotelressort gerettet. Seit 1987 gehört das Land dort Mallorcas Inselrat.

Anders liegt der Fall lediglich vor der Küste von Ibiza mit der Illa Ferradura (im Mietportfolio von Vladi Private Islands) und dem von Kühn & Partner promoteten Tagomago, sowie auf der Illa d'en Colom an der Nordküste Menorcas. "Sie wurde uns zum Kauf angeboten, aber es gibt dort verschiedene öffentliche Strände, die im Sommer von vielen Touristen mit dem Boot angesteuert werden. Das ist nicht unbedingt gesucht", sagt Sabine Rollinger.

Die Balearen haben damit etwas mit Griechenland gemein, wo es noch nie ein Ausländer geschafft haben soll, wirklich von einer Insel Besitz zu ergreifen. "Es sind 32 Genehmigungen erforderlich. Spätestens bei der achten geben die Leute auf", meint Inselhändler Farhad Vladi. Auch der Emir von Katar, der kürzlich das Eiland Oxia erworben hat, dürfte laut Vladi Schwierigkeiten bekommen, dort zu wohnen.

Was Mallorca betrifft, wurden die Inseln vor der Küste früher jedenfalls vor allem für friedlichen Handel genutzt. Darauf deuten Reste von karthagischen Schiffen hin, die auf La Galera und der Illa dels Porros gefunden wurden. Offenbar sahen die steinewerfenden Ureinwohner diese Territorien als neutrales Niemandsland an, was Gewaltausbrüchen vorbeugte und den Austausch erleicherte.

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