Landpartie rund um den Puig de Galatzó

Die Finca bei Capdellà ist ideal für Spaziergänge und Wanderungen

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Gerade jetzt im Frühling ist die Gegend von Capdellà und Galatzó das reinste Fest für die Sinne.

Gerade jetzt im Frühling ist die Gegend von Capdellà und Galatzó das reinste Fest für die Sinne.

Foto: Foto: Anna Chumachenko
Gerade jetzt im Frühling ist die Gegend von Capdellà und Galatzó das reinste Fest für die Sinne.Zur Finca gehört eine Ölmühle.Auf der Schotterstraße von Capdellà zur Finca Galatzó Manche Wege sind bei Mountainbikern beliebt.

Das Territorium der Finca Galatzó, etwa vier Kilometer nördlich von Capdellà gelegen, nimmt mit 1400 Hektar zirka zehn Prozent der Gesamtfläche Calviàs ein. Das Tal unter dem majestätischen Gipfel des Puig de Galatzó ist ein Ausläufer des Tramuntanagebirges, das 2011 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt wurde. Für Naturliebhaber sind die Spaziergänge rund auf der Finca Galatzó das reinste Vergnügen.

Als Einstieg bietet sich ein Parkplatz an, der über die MA-1032 erreicht wird: Von Es Capdellà kommend in Richtung Galilea/Puigpunyent beim Kilometerstein 2,2 links Richtung Finca Galatzó abbiegen. Nach 500 Metern erreicht man den Parkplatz, von dem bis zum Landgut etwa ein Kilometer Fußweg bleibt. Bis zum 30. September kann man sich von 7 bis 19 Uhr auf dem Gelände aufhalten. Hunde müssen draußen bleiben und rauchen oder Feuer machen ist hier wegen der Waldbrandgefahr untersagt.

Wer mit dem Bus kommt, nimmt den alten Wanderweg von Capdellà aus: Auf der Schotterstraße Carrer de Galatzó braucht man etwa 40 Minuten bis zur Finca. Der Weg verläuft entlang an saftig grünen Wiesen, die mit gelben Blüten übersät sind. Es duftet nach Frühling, nach frischem Grün und aufgewärmter Erde. Im Schatten der Mandel- und Olivenbäume dösen Schafe. Ihre noch jungen Lämmchen grasen ruhig neben ihnen.

Nach ungefähr 20 Minuten erreicht man ein Holztor. Auch wenn es geschlossen zu sein scheint, verschafft man sich doch Zutritt durch das Öffnen der kleinen Holzpforte auf der rechten Seite. Der staubige Wanderweg ist stellenweise recht steinig. Hier und dort kommt das ausgetrocknete Bett eines sich dahinschlängelnden Bergbachs zum Vorschein. Immer wieder wird man von Radfahrern, Nordic Walkern und Wanderern aus der ganzen Welt gegrüßt. Mit seinen Wanderwegen gehört das Gebiet zum Netz europäischer Fernwanderwege (Red Europea de Grandes Recorrides GR 221).

Die erste schriftliche Erwähnung des Landguts Galatzó ist datiert auf das Jahr 1283. Zu dieser Zeit war dessen Besitzer Don Guillermo Porcell wahrscheinlich einer der Mitkämpfer an der Seite von Jaime I. bei der Eroberung Mallorcas. Aber am meisten blieb dem Volk der "Böse Graf" (El Conde Mal, II Conde de Sta. Mariá de Formiguera) in Erinnerung. Mitte des 17. Jahrhunderts war er in Besitz der Region Galatzó.

Der Legende nach wurde er wegen seiner Grausamkeit und Blutrünstigkeit vom Volk verflucht und zum ewigen Herumstreunen verdammt. Später dann wurde das Landgut jahrhundertelang von Hand zu Hand weitergereicht, bis im Jahr 2006 das Rathaus von Calvià es zu einem Preis von neun Millionen Euro erwarb. Nun ist das ausgedehnte Gebiet der Öffentlichkeit zugänglich.

Zur Finca gehören eine Ölmühle, ein ruhiger Garten, Pferdeställe und eine kleine, ungeschmückte Kapelle. Neben dem Hauptgebäude befindet sich ein Picknickplatz, wo man sich im Schatten der Bäume eine Rast gönnen kann. Nach Aussage von Ines Llabres, der Zuständigen für die Angelegenheiten des Landguts, wird die Finca bald für alle möglichen Veranstaltungen zu mieten sein.

Die Finca Galatzó ist der Ausgangspunkt von vier Wanderwegen mit unterschiedlicher Länge (sechs bis elf Kilometer, Dauer zwei bis vier Stunden) und Schwierigkeitsgraden. Wer weniger Zeit zur Verfügung hat, kann einen einstündigen Spaziergang zur S'Argolla machen. Dazu sollte man von der Finca Richtung Sa Vinya losgehen und dabei immer den gelben Markierungen an den Holzpfosten folgen.

In S'Argolla befindet sich die Fundstätte einer prähistorischen Verteidigungs- und Wachstation aus dem Talayotischen Zeitalter (850-123 v.Chr.). Aufgrund der strategischen Lage wurde der Ort in der römischen und mittelalterlichen Zeit weiter genutzt. Von hier aus eröffnen sich dem Naturfreund atemberaubende Ausblicke auf das Tal und die Berge. An der kleinen Picknickstelle dort kann man sich für den Rückweg noch einmal etwas stärken.

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