Orientierung in Mallorcas Mietwagen-Dschungel

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65.000 Mietwagen sollen in diesem Sommer auf Mallorca unterwegs gewesen sein

65.000 Mietwagen sollen in diesem Sommer auf Mallorca unterwegs gewesen sein.

Foto: Gemma Andreu

Der Mietwagen ist der erste und letzte Eindruck, den Urlauber von ihrem Aufenthalt auf der Insel haben", betont Xisco Dalmau, Generaldirektor für Verbraucherschutz im balearischen Gesundheitsministerium. In der Vergangenheit habe es viel schlechte Presse und auch zahlreiche Beschwerden von Kunden über Geschäfts-praktiken der Mietwagenunternehmer auf Mallorca gegeben. Dem will die Balearen-Regierung nun ein Ende setzen.

Die balearischen Ministerien für Tourismus, Verbraucherschutz und Verkehr stellten vergangenen Woche einen "Kodex für gute Geschäfts-praktiken" von Mietwagen-Unternehmen fertig. Firmen, die auf den Balearen Mietautos anbieten, können sich nun diesem Kodex verpflichten. Im Gegenzug bekommen sie von der Balearen-Regierung ein Qualitätssiegel für ihre gute Geschäftspraxis und Kundenfreundlichkeit verliehen.

Xisco Dalmau erwartet, dass die Ministerien im Januar verkünden können, welche Unternehmen und Verbände den Kodex unterzeichnet haben. Zu Beginn der Hochsaison 2017 werden die Unternehmen das Qualitätssiegel - erkennbar an einem orangefarbenen Logo - bereits erhalten haben. Es soll als Entscheidungshilfe für den Kunden dienen: "Bei dieser Firma bekomme ich garantiert gute Leistungen", formuliert der Generaldirektor.

"Wir waren besorgt wegen der vielen Beschwerden, die über die Branche bei uns eingingen", sagt der Generaldirektor. Von 6300 Beschwerden, die im Vorjahr beim Verbraucherschutz eintrafen, bezogen sich 227 auf Mietwagen. Damit steht die Branche auf Platz vier aller Sektoren, über die sich Verbraucher beklagten.

Mit 100 Autovermietungsfirmen steht der Verbraucherschutz wegen des Kodex in Kontakt. Der Generaldirektor geht nicht davon aus, dass auch alle das Gütesiegel erhalten werden. "Der Kodex stört sowohl Unternehmen mit einer schlechten Geschäftspraxis als auch Unternehmen, die immer schon alles korrekt gemacht haben, weil sie nun mit den schlechteren in einen Sack geworfen würden." Dabei sei letzteres Bedenken unberechtigt: Wer sich nicht an den Kodex hält, bekommt das Qualitätssiegel wieder abgenommen.

Der Kodex umfasst insgesamt elf Punkte. "Wichtig war für uns, das Preismodell durchsichtiger zu machen", betont Dalmau. Die Unternehmen verpflichten sich, sowohl bei Werbeaktionen als auch bei der Reservierung - sei es online oder über ein Vermittlungsportal - die endgültige Summe zu nennen. Preisüberraschungen beim Abholen des Autos sollen damit der Vergangenheit angehören. "Alles, was das Auto benötigt, um loszufahren, muss im Preis enthalten sein", fasst Dalmau zusammen. Lediglich Zusatzleistungen wie ein Navigationsgerät oder ein Kindersitz werden extra bezahlt und müssen auch als freiwillig ausgewiesen sein. Auf der Rechnung werden nur Leistungen aufgelistet, denen der Kunde ausdrücklich zugestimmt hat.

Des Weiteren gibt der Kodex vor: Bei der Abholung des Wagens muss ein Mitarbeiter mit dem Kunden den Wagen auf Schäden untersuchen und diese auch dokumentieren. Es habe in der Vergangenheit Fälle gegeben, in denen ein Mietwagenunternehmen Kunden im Nachhinein hohe Kosten für angebliche Schäden am Auto aufgelastet hätte. Wer den Mietwagen nicht innerhalb der Öffnungszeit des Verleihers zurückbringt, dem rät der Verbraucherschutz, Fotos vom Auto zu machen. Außerdem verpflichten sich die Firmen, die den Kodex unterzeichnen, ihren Kunden eine Kopie des Übergabeprotokolls zur Verfügung zu stellen.

"Der Kodex widmet sich auch der Tankregelung", erklärt der Generaldirektor für Verbraucherschutz. Am besten für den Kunden sei die Regelung, dass der Mietwagen mit vollem Tank abgeholt wird und so auch wieder übergeben werden muss. Andere Tankregelungen seien für den Verbraucher oftmals teurer. "Und gerade Unternehmen, die am wenigsten bereit waren, über den Kodex zu verhandeln, halten an diesen Regelungen fest", erklärt Dalmau, während sich das Voll/Voll-Prinzip in der Branche weitgehend durchgesetzt habe. Allerdings können Unternehmen fordern, dass die Autos in der am Flughafen nächstgelegenen Tankstelle befüllt werden.

Zudem müssen die Mietwagenunternehmen ins Firmenregister der balearischen Tourismusbehörde eingetragen sein. Darüber hinaus verpflichten sie sich, in Streitfällen mit Kunden am Mediationsverfahren des Verbraucherschutzes teilzunehmen.

Der Verbraucherschutz hat in diesem Sommer zudem eine Informationskampagne für Kunden von Mietwagen-Unternehmen gestartet, darin wird bereits das Qualitätssiegel beworben. "Was der Kunde allerdings nach wie vor machen muss, ist das Kleingedruckte des Mietvertrags zu lesen", betont Dalmau, nur so lasse sich für jeden der passende Mietwagen finden.

(aus MM 52/2016)

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Benno / Vor 2 Monaten

@Tuttifrutti

da muß ich gleich mal nachschauen, was in D Leihwagen kosten... und.... Hasso hat teilweise böse Dinge mit seinen Kunden gemacht, keine Versicherung etc. aber macht ja nix, waren ja nur Ptas 1.000 am Tag... früher

Tuttifrutti / Vor 2 Monaten

Gebt doch einfach nur mal zum Spaß 14 Tage Corsa ab 01. April bei SIXT ein. Unverschämte 66,19 Euro Standortzuschlag kommen noch auf den ohnehin hohen Mietpreis und treiben die Mietkosten für so einen Kleinwagen auf über 600,- Euro. Da fragt man sich doch, wo das Auto in den vergangenen Jahren gestanden hat ( Standortzuschlag )? Ich miete dort nie mehr und erinnere mich gerne an die Zeiten, wo bei HASSO ein kleines Auto 1000,- Peseten pro Tag kostete und Stammkunden kostenlos im Rolls Roye am gelben Briefkasten abgeholt wurden.

Carneval / Vor 3 Monaten

Wenn es auf Mallorca einen echt ehrlichen Autovermieter gäbe, gäbe es keinen. Egal bei wem man bucht, der "echte" Endpreis ist zu bezahlen - oder kein Auto. Der Endpreis - ist gleich - bei der Online -Buchung oder erst am Schalter - selten extrem unterschiedlich. Ob bei einem großen Mietwagenkonzern,oder bei einem lokalen "Billiganbieter" - es gibt nichts umsonst - man kann rechnen wie man will.

Hajo Hajo / Vor 3 Monaten

Bernd@ mir ist das jetzt Wurscht. Du hast klar und deutlich angegeben = "Click und Rent". Also habe ich genau dies im Google eingegeben. Punkt ! Wenn Du was anderes meinst, dann drück Dich gefälligst entsprechend aus.

Bernd / Vor 3 Monaten

@Hajo, wenn man im Leben immer nur das liest was als erstes steht, dann bildet man sich eine Meinung welche etwas verzerrt ist. Das ist nicht nur mit Leihwagen so. Wenn man nur einmal runterscrollt kommt eine Seite clickrent.es, wenn man jetzt auch noch der spanischen Sprache etwas mächtig wäre, würde man erkennen das dies ein Vermieter ist. Aber so ist das im Leben, Unwissenheit gepaart mit der Gier sich bemerkbar zu machen und dann noch eine Portion Langeweile im Leben dann kommen solche Kommentare raus.

Hajo Hajo / Vor 3 Monaten

Bernd@ tut mir leid, aber Du hast überhaupt nicht verstanden WAS ich schrieb. Also geh ins Google und gib "Click und Rent" ein und Enter. Und WAS findest Du da? Ausserdem schrieb ich doch, das CarDelMar ein Vermittler ist.

Bernd / Vor 3 Monaten

Schade das die Strafe nicht 10 Millionen für Goldcar betragen hat. Verdient hätten Sie es. Alle Vermittler außer Sunny Car hat die schwarzen Schafe imProgramm. Egal ob billiger Mietwagen, Car del mar oder Auto Europe. Da wir die schwarzen Schafe kennen, kann sich jeder der einen Wagen mietet übrigens bei den Vermittlern unter Kundenbewertungen ansehen, könnenwir getrost bei Auto Europe den Verleiher buchen den wir kennen. Aber wir haben auch schon bei Goldcar und Record gebucht. Einmal und nie wieder. Als Lehrgeld abgehakt und nie wieder dort gebucht.

Bernd / Vor 3 Monaten

@Hajo Da muss ich dich eines besseren belehren. Click und Rent ist ein eigenständiges Mietwagenunternehmen. Diese befinden sich im Gewebegebiet Son Oms. Haben ein pinkfarbenes Logo. Der Shutlebus fährt im oberen Bereich. Ebenfalls pinkfarben. Dort hatten wir vom 25.12.16 bis 01.01.17. einen Kia Sportage Diesel für € 76,00 gemietet. Kein Aufschwatzen von Versicherungen, Tank voll übernommen und voll zurückgebracht. Car del mar hat keinen eigenen Verleih. Dies ist nur eine Buchungsplattform.

Hajo Hajo / Vor 3 Monaten

Pardon, ich meinte Bernd@

Hajo Hajo / Vor 3 Monaten

Werner@ Click und Rent = CarDelMar. Und das ist ein Vermittler, der auch mit all jenen zusammen arbeitet, die Sie ablehnen. Machen Sie den Test online und rufen die Homepage auf. Dann sehen im Eingang alle Mietwagenfirmen aufgelistet, auch die aller schlimmsten. Machen Sie ein Probeabfrage und lesen dann die Mietbedingungen der einzelnen örtlichen Anbieter. Einer der wenigen die keinen Seniorenaufschläge verlangen und nicht verbrauchtes Benzin zurück zahlen, ist z.B.interrent. sehr gut ist auch DoYouSpain, die im Angebot direkt herausstellen, wo eine Seniorengebühr ausgeschlossen ist oder wie hoch sie für den Zeitraum ist.