Späte Mandelblütenfiesta

Wochenlang hat die Natur auf sich warten lassen, jetzt stehen die Mandelbäume endlich in Vollblüte

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Schnee und Kälte haben die Vegetation zwar gebremst, aber nicht geschädigt: Bei Santa Maria blühten die Mandelbäume am letzten W

Schnee und Kälte haben die Vegetation zwar gebremst, aber nicht geschädigt: Bei Santa Maria blühen die Mandelbäume derzeit besonders üppig.

Foto: Thomas Zapp
Schnee und Kälte haben die Vegetation zwar gebremst, aber nicht geschädigt: Bei Santa Maria blühten die Mandelbäume am letzten WIm Norden Mallorcas kennt Grupotel-Guide Masio Vicenç alle Schleichwege.Wenn Schafe auf den Plantagen weiden - wie hier bei Bunyola - wird das Mandelblütenpanorama noch eine Spur weißer.Auto und AlternativenNach dem eisigen Februar lohnt sich jetzt der Weg ins Gelände.Masio Vicenç mit Gästen im Clot d'Almadrà

So ein Jahr haben Ute Siewert und Masio Vicenç von Grupotel Natur noch nicht erlebt: Statt zwischen dem 20. Januar und Ende Februar blühen die Mandelbäume erst im März. "Schnee statt Mandelblüte auf Mallorca" hatte es vor vier Wochen noch mit leichter Schadenfreude in den deutschen Medien geheißen. Dafür sprießt es nun umso üppiger - viele Insellandschaften sind in Weiß und Rosa gesprenkelt. "Normalerweise sind die rosa Blüten die letzten, in diesem Jahr sieht man sie nebeneinander mit den weißen", sagt Masio Vicenç, der für die Gäste der mallorquinischen Grupotel-Kette ein naturnahes Ausflugsprogramm leitet.

Je nach Region könnte es mit der späten Mandelblütenfiesta aber auch schnell wieder vorbei sein. Nach Regen fallen die kleinen Kron- und Fruchtblätter vom Baum und verwandeln Wiesen und Wege in einen Blütenteppich. Im Norden bei Can Picafort und Artà sowie im Süden bei Llucmajor mischen sich in diesen Tagen auch immer mehr grüne Sprossen in das Panorama - ein untrügliches Zeichen, dass es mit schnellen Schritten Richtung Frühling und Sommer geht.

Am schönsten ist es in der Spätphase der Mandelblüte laut Masio Vicenç in der Raiguer-Region rund um Inca und Binissalem, und dort vor allem in den Orten am Abhang des Tramuntana-Gebirges. "Sie bekommen im Winter nicht so viel Sonne ab", erklärt Vicenç, der zum Beispiel eine Wanderung in das Tal von Es Clot d'Almadrà bei Lloseta und Mancor de la Vall anbietet. Alternativen sind eine Radtour rund um Alcúdia oder eine Küstentour von Colònia de Sant Pere nach Son Serra de Marina - je nach Wetterlage und Laune aber auch andere Ziele auf der ganzen Insel.

Besonders begeistert ist der Grupotel-Führer von den Mandelplantagen im Norden, die für den Wanderer geheime Wege und Überraschungen bergen. "Hier befand sich in der Steinzeit eines der größten Dörfer Mallorcas", sagt Vicenç und deutet auf den blütengesäumten Talayot Sa Clova des Xot. Der prähistorische Rundbau aus gewaltigen Steinquadern ist der wohl besterhaltene der Insel, befindet sich allerdings auf einer Privatfinca bei Sa Canova und ist deswegen nur wenig bekannt.

Warum es auf Mallorca so viele Mandelbäume gibt? Darauf antwortet Masio Viçens mit einer Legende: Ein arabischer Herrscher soll sie gepflanzt haben, um seiner Lieblingsfrau im Harem von Manacor eine Freude zu machen. Die Prinzessin aus Granada vermisste den Schnee aus der Heimat und durfte auch nicht in die Tramuntana fahren, die zu einem anderen Kalifat gehörte. Ihre Traurigkeit verschwand erst, als weiße Mandelblüten wie Schnee von den neu gesetzten Bäumen rieselten.

Diesen Februar wäre die Prinzessin wohl besonders glücklich gewesen: Der viele Schnee hat zwar die Mandelblüte verzögert, letzten Endes aber keinen Schaden angerichtet: "Es gab keinen starken Frost, außerdem sind die Knospen erst spät herausgekommen. Das wird ein hervorragendes Mandeljahr", versichert Masio Vicenç überzeugt.

INFO:

AUTO UND ALTERNATIVEN

Zwischen Alaró und Lloseta, immer an der kleinen Landstraße entlang, bietet sich derzeit ein beeindruckendes Mandelblütenpanorama, in dessen Mittelpunkt das Weingut Castell Miquel liegt. Die Route lässt sich im Auto bequem Richtung Biniamar, Mancor de la Vall, Selva und Inca fortsetzen.

Eine naturnahe Variante führt von der Straße zwischen Alaró und Lloseta nach links ins Tal von Es Clot d'Almadrà. An ausgetrockneten Bachbetten verläuft der Weg durch eine jahrhundertealte Kulturlandschaft Richtung Schutzhütte Tossals Verds. Hin- und zurück sind insgesamt etwa 14 Kilometer zu bewältigen. Da man nicht bis zur Hütte aufsteigt, sondern immer im Tal bleibt, beträgt der Höhenunterschied nicht einmal 300 Meter. Wegen der teilweise vertikalen Felswände ist die Strecke recht schattig, die Mandelbäume blühen deswegen besonders spät.

Camí des Raiguer heißt die Nebenstraße MA-2021 im Volksmund. Der Weg führt von Santa Maria Richtung Consell und mündet in die Hauptstraße von Alaró zur Autobahn. Auf der anderen Seite der Straße setzt sich der Camí des Raiguer Richtung Binissalem fort (Beschilderung). Ausgangspunkt in Santa Maria ist der Camí de Coanegra (bei den Bodegas Macià Batle). Etwa einen Kilometer weiter Richtung Alaró nimmt man Kurs nach rechts auf das Read's Hotel. Der Camí des Raiguer ist teilweise für Wanderer mit einem roten Punkt ausgeschildert. Zu Fuß oder per Fahrrad ist die Orientierung viel einfacher als im Auto. Auch die parallel laufende Bahnstrecke Santa Maria-Binissalem bietet schöne Blicke.

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