Wenn der Gaskontrolleur klingelt

| Mallorca |
Gasanlagen müssen in einem Rhythmus von fünf Jahren gewartet werden

Gasanlagen müssen in einem Rhythmus von fünf Jahren gewartet werden.

Foto: Archiv

Trotz des milden Winters muss auch auf Mallorca geheizt werden. Weit verbreitet sind verschiedene Formen von gasbetriebenen Heizungen auf der Insel. In Palma sowie größeren Ortschaften wird mit Erdgas gefeuert, auf dem Land sind hingegen die orangefarbenen Butangasflaschen, "Bombonas" wie sie auf Spanisch heißen, weit verbreitet.

Zudem stehen in den meisten mallorquinischen Küche auch Gasherde zum Kochen. Allerdings müssen sämtliche Anlagen, die mit Gas betrieben werden, regelmäßig gewartet werden. MM beantwortet die wichtigsten Fragen, rund um diese Kontrollen.

Wie oft muss eine Gasanlage gewartet werden?

Das spanische Gesetz schreibt landesweit eine Wartung von Gasanlagen im Rhythmus von fünf Jahren vor.

Welche Anlagen müssen gewartet werden?

Festinstallierte Geräte wie Gasthermen, Durchlauferhitzer, andere Apparate mit Kupferrohen zum Erwärmen von Wasser sowie Küchenherde müssen einer Kontrolle unterzogen werden. "Es gibt eine Reihe von Geräten, die nicht gewartet werden müssen", erklärt Joaquim Fuster, Pressesprecher des balearischen Industrieministeriums. Mobile Gerätschaften wie Campingkocher und fahrbare Gasheizer brauchen nicht regelmäßig inspiziert zu werden. Allerdings muss für diese mobilen Heizer ein Liefervertrag mit einem Gasversorger abgeschlossen werden. Bevor für sie die erste Gasflasche gekauft werden kann, kommt ein Techniker, um das Gerät abzunehmen.

Gibt es Unterschiede zwischen mit Stadtgas und Gasflaschen betriebenen Anlagen?

Ja. "Für Erdgas-Anlagen sind Inspektionen des Vertriebsnetzes und seiner Endgeräte vorgeschrieben", erklärt Joaquim Fuster. Der Gasanbieter informiert seine Kunden rechtzeitig per Post über den anstehenden Kontrolltermin. "Auf den Balearen gibt es derzeit nur das Unternehmen Redexis als Lieferant für Erdgas", betont Fuster. Kunden, die ihren Brennstoff also so beziehen, bekommen immer einen Brief von Redexis, wenn die Inspektion ansteht. "Im Fall von Anlagen, die mit Bombonas laufen, spricht man von Wartungen" erklärt der Pressesprecher des Industrieministeriums. In diesem Fall hat sich der Kunde um die Einhaltung der Kontrollfrist zu kümmern.

Wer führt die Inspektion durch?

"Die Wartung kann jeder zertifizierte Techniker durchführen", erklärt Joaquim Fuster. Das Industrieministerium führt eine Liste der Anbieter, die offiziell anerkannt werden. Verbraucher müssten allerdings darauf achten, dass der Kontrolleur auch eine Zulassung für die Kategorie der Anlage (es gibt A, B und C) besitzt. Oft ist Lieferanten von Gasflaschen wie Repsol daran gelegen, dass man einen Wartungsvertrag bei ihnen abschließt; sie locken die Kunden deshalb mit einem Rundumsorglos-Paket an. Doch lassen sich mit freien Technikern vielmals ein paar Euro sparen. Auch die Inspektion der Erdgas-Anlage braucht nicht der Techniker von Redexis zu übernehmen. Das Unternehmen muss allerdings über die Durchsicht informiert werden, die Fristen dafür stehen im Schreiben an den Kunden.

Wie viel kostet die Inspektion?

Für Stadtgas-Anlagen gilt ein Festpreis, der sich je nach Gerät zwischen 30 und 200 Euro bewegen kann. Für Apparate, die mit Gasflaschen betrieben werden, erheben die Kontrolleure unterschiedliche Preise. Bei Repsol kostet die Kontrolle im Normalfall 64 Euro.

Was passiert, wenn man die Wartung versäumt?

Gaslieferanten nehmen es mit der Wartung meist sehr genau. Wer seine Geräte nicht abnehmen lässt, wird in der Regel nicht weiter beliefert. Auch greift dann kein Versicherungsschutz mehr.

Wie können sich Verbraucher vor Betrügern unter den Gaskontrolleuren schützen?

"Wenn ein Gaskontrolleur unangemeldet vor der Haustür steht, sollte man misstrauisch werden", teilt ein Pressesprecher der Guardia Civil mit. Denn die Wartung wird immer erst nach vorheriger Kontaktaufnahme mit dem Verbraucher durchgeführt. "Zudem sollte man sich immer den Ausweis der Firma zeigen lassen, in dessen Auftrag die Inspektion gemacht wird", heißt es seitens der Guardia Civil. Im Zweifelsfall ruft man bei seinem Gaslieferanten an und erkundigt sich nach dem Kontrolleur.

Auch ist Vorsicht geboten, wenn die Durchsicht wesentlich mehr kosten soll als im Normalfall. "Manchmal verlangen die Betrüger das Achtfache", betont der Polizeisprecher. Gasanbieter Redexis weist beispielsweise darauf hin, dass die Gebühr der Durchsicht mit der nächsten Rechnung abgewickelt wird. Der Kunde bezahlt den Techniker nicht direkt vor Ort.

(aus MM 50/2016)

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