ICP – zusätzliche Elektrosicherung

Für die Installation sind per Gesetz die Stromkunden verantwortlich

Die Installation zusätzlicher Sicherungen in allen spanischen Haushalten könnte für die Stromversorgungsunternehmen zu einem Millionengeschäft werden. Das kritisiert der mallorquinische Verband der Elektroinstallateure (Asinem). Demnach werde von allen Stromkunden, die nicht bis Anfang 2010 die zusätzliche Sicherung (auf Spanisch: Interruptor de Control de Potencia, ICP) installiert haben, eine Strafgebühr kassiert.

Diese könne pro Haushalt im Monat 30 Euro betragen. Gesa bestätigt, dass eine Zusatzgebühr kassiert wird, beruft sich aber auf die Gesetzeslage, die dieses Vorgehen vorschreibe. Per Gesetz könne man Kunden ohne ICP sogar den Strom abstellen, so ein Gesa-Sprecher. Zu diesem Mittel wolle man aber nicht greifen.

Tatsächlich hat die Zentralregierung in Madrid bereits vor Jahren ein Dekret verabschiedet, das die Nachrüstung aller spanischen Haushalte mit dem ICP vorschreibt. Dieser muss den üblichen Sicherungen vorgeschaltet werden und sorgt für eine Unterbrechung der Stromversorgung, sobald der Strombedarf übertroffen wird, über den der jeweilige Kunde einen Vertrag mit seinem Versorgungsunternehmen abgeschlossen hat (in den allermeisten Fällen sind dies 5,5 Kilowatt).

Die Verbraucherschutzorganisation Facua heißt die Installation der Sicherungen gut. „Wir denken, dass dies notwendig ist, um Wohnungsbrände zu vermeiden", so Facua-Sprecher Alfonso Rodríguez gegenüber MM. Es gebe in Spanien viele veraltete Stromleitungen.

Mallorcas Elektroinstallateure dagegen sparen nicht mit Kritik: In einer Asinem-Pressemitteilung heißt es, mit der Verpflichtung zur Installation der Geräte würden „ausschließlich finanzielle Ziele zum Wohle der Stromversorger verfolgt".

Im vergangenen September waren Schätzungen zufolge noch nicht einmal die Hälfte aller balearischen Haushalte mit einem ICP ausgerüstet. Elektro-Installationen aber, die nach 2005 ausgeführt wurden, sollten in der Regel bereits über die geforderte Sicherung verfügen.

Für die Installation sind per Gesetz die Kunden verantwortlich. Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder man beauftragt einen Elektroinstallateur und kauft bei diesem das Gerät (es gibt Angebote für 60 Euro inklusive Installation) oder aber man mietet es bei seinem Stromversorger (im Fall von Gesa für 6 Cent pro Monat, zuzüglich Installation).

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