Beim Bewässern auf die individuellen Bedürfnisse jedes Gewächses achten

"Pflanzen sind wie Menschen"

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Wasser marsch, aber in Maßen.

Wasser marsch, aber in Maßen.

Gießen ist gerade jetzt zur heißen Jahreszeit auf Mallorca ein wichtiges Thema", sagt Carolina Mora, Gartenarchitektin und Mitinhaberin des Gartencenters Edeen in Establiments. "Wie, wann und wo gewässert wird, sollte gut überlegt sein." Sie verdeutlicht: "Wer etwa vergisst, eine Pflanze zu gießen und das dann mit sehr großer Wasserzufuhr wieder ausgleichen möchte, kann sicher sein, dass die Pflanze über kurz oder lang stirbt. Auch wenn ein Mensch in der Wüste Durst leidet, sollte er zunächst in kleinen Schlucken trinken." Planung ist für sie das Wichtigste.

"Wer ein Haus baut oder einen Garten anlegt, sollte von vornherein bedenken, wo die Wasseranschlüsse sind. Je kürzer die Schläuche, umso besser."

Carolina Mora plädiert bei Töpfen und Beeten auf jeden Fall für Tropfbewässerung durch Bewässerungsschläuche, für Sprinkler bei Rasen. "Auf diese Weise kann die Wasserzufuhr je nach Pflanze, Standort und Boden portioniert und rationiert werden. Das spart Wasser und Energie. Natürlich brauchen die Pflanzen auch unterschiedlich viel Wasser. Einige wie zum Beispiel Euonymus und Spindelkraut, können gar nicht viel Wasser auf einmal aufnehmen. Andere Pflanzen 'saufen' gleich alles weg. Wieder andere wie die Tibouchina kann man zu Tode gießen."

Grundsätzlich gilt: Lieber ein Mal kräftig wässern, als häufig und in kleinen Rationen. Außer bei kleinen Töpfen, die brauchen so gut wie täglich ihre Wasserration. Wer Kübel gießt, sollte beachten, dass die wenigsten Pflanzen es vertragen, wenn sie über längere Zeit Wurzelnässe ausgesetzt sind. Also stets nur so viel gießen, dass kaum Wasser in der Pflanzenschale stehen bleibt.

Carolina Mora plädiert überhaupt für Sparsamkeit beim Wässern: "Pflanzen gewöhnen sich daran, mit weniger Wasser auszukommen. Gerade Sommerblüher wie Nachtjasmin oder die Bougainvillea entfalten bei vorsichtiger Wasserzufuhr größere Blütenpracht. Viel Gießen fördert vor allem das Grün."

Wichtig ist auch, dass Pflanzen mit großem Wasserbedarf nicht neben solchen mit weniger Bedarf stehen: "Man sollte etwa eine Cyca nicht inmitten einer Rasenfläche pflanzen. Der Rasen muss natürlich regelmäßig gewässert werden. Die Cyca bekommt bei dieser Wassermenge mit Sicherheit gelbe Blätter."

Auch die Zeit der Bewässerung spielt eine Rolle: "Am besten ist es, im Morgengrauen zu gießen, dann können sich die Pflanzen für den Tag und die große Sonneneinstrahlung wappnen. Das ist aber fast niemanden zuzumuten. Daher empfiehlt sich ein Bewässerungssystem mit Zeituhr. Wenn man abends gießt, können sich Schädlinge über Nacht gut ausbreiten."

Überhaupt sei der Effekt des Gießens niemals sofort zu sehen, sondern habe seine Wirkung erst im Laufe der Zeit. "Pflanzen sind wie Menschen", sagt Carolina Mora. "Man muss auf ihre ganz persönlichen Bedürfnisse achten."

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