Das sind die Vorteile der Bürgerkarte von Palma

| Palma de Mallorca |
Die Fassade des Rathauses ziert auch die "Tarjeta Ciudadana".

Die Fassade des Rathauses ziert auch die "Tarjeta Ciudadana".

Foto: Patricia Lozano

Die Bürgerkarte von Palma de Mallorca wird im kommenden Jahr volljährig. Erstmals wurde sie im Jahre 2000 ausgegeben. Mittlerweile haben 425.000 Nutzer die "Tarjeta Ciudadana" im Einsatz. "Das sind aber nicht nur Palmesaner, sondern auch ausländische Residenten mit Wohnsitz in der Stadt und Bürger aus anderen Inselgemeinden, die mit Palma vertraglich einen Verbund bilden", sagt Irene López vom städtischen Presseamt.

Die graue Karte mit einer Abbildung des Rathauses besitzt das Format einer Scheckkarte. Sie verfügt über einen eingebauten Guthabenchip und soll den Einwohnern vor allem das Leben in der Stadt vereinfachen - durch bargeldlose Zahlungen in den Bussen der städtischen Verkehrsbetriebe (EMT) samt Vergünstigungen, die es dann pro Fahrt gibt. So kostet eine einfache Fahrt für Karteninhaber lediglich 80 Cent. Zum Vergleich: Wer ohne Bürgerkarte unterwegs ist, muss 1,50 Euro berappen. Ein weiteres Schmankerl: Die Fahrt mit dem Flughafenbus kostet mit Bürgerkarte lediglich einen Euro, ohne sind es fünf Euro.

Karteninhaber aus Gemeinden außerhalb von Palma zahlen ihrerseits 1,15 Euro. Die Liste der kooperierenden Gemeinden ist auf der Internetseite der Verkehrsbetriebe (www.emtpalma.cat) einsehbar. Mit 42 Kommunen aus Mallorca (und sogar zwei aus Menorca) sind damit weite Teile der Insel abgedeckt. Die Kooperation mit manchen dieser Orte beinhaltet mitunter jedoch nur Vergünstigungen für besondere Bevölkerungsgruppen wie etwa Schüler ab 16 Jahren und Studierende.

Die Vergünstigungen für die zuletzt genannten Gruppen mit Bürgerkarte lassen die Fahrpreise weiter sinken auf 45 Cent. Rentner zahlen mitunter lediglich 30 Cent, das gilt auch für Jugendliche im Alter von 13 bis 16 Jahren. Wer noch jünger ist, fährt dank Bürgerkarte sogar gratis.

Die Tarjeta Ciudadana kann erhalten, wer in Palma oder in einer der kooperierenden Gemeinden einen Wohnsitz hat. Um dies nachzuweisen, reicht es aus, beim Bürgeramt im Rathaus den Personalausweis und einen Mietvertrag beziehungsweise den Eigentumsvertrag einer Immobilie in Palma vorzuzeigen. Auch wer seinen Erstwohnsitz im Ausland hat, aber in Palmas Einwohnermeldeamt registriert ist, hat Anrecht auf die Bürgerkarte.

Die Tarjeta Ciudadana kann in Palmas Bürgerbüros, am Schalter der EMT (Carrer Josep Anselm Clavé 5) oder online beantragt werden. Wer eine Karte besitzt, ist verpflichtet, Statusänderungen zu melden, also etwa eine neue Adresse, das Beenden des Studiums, das Erreichen des Rentenalters et cetera. Wer seine Karte länger als drei Jahre nicht benutzt hat, kann sie im EMT-Büro aktualisieren lassen.

Ein Vorteil der Tarjeta ist, dass sie vor allem die lästige Kleingeldsuche im Bus vermeiden hilft und die Bezahlvorgänge deutlich vereinfacht. Das System funktioniert folgendermaßen: Wer Guthaben auf seine Karte geladen hat, kann diese beim Einsteigen in den Bus an spezielle Magnetfelder halten und der entsprechende Betrag wird automatisch abgebucht.

Auflademöglichkeiten gibt es in Palma an rund 100 unterschiedlichen Stellen: Das können Automaten an größeren Bushaltestellen sein, aber auch Schreibwarenläden, Tabakgeschäfte, Kioske und Bars, die freiwillig mit dem EMT-Verbund kooperieren.

Zum Aufladen der Tarjeta mit Geld halten die EMT-Automaten auch eine Anleitung in deutscher Sprache bereit. Als Mindestbetrag müssen fünf Euro eingezahlt werden. Das geht wahlweise mit Münzeinwurf oder mit Kreditkarte. Bei Bedarf lässt sich auch ein Beleg ausdrucken.

"Die Tarjeta Ciudadana hat uns sehr geholfen, den Service der Verkehrsbetriebe zu verbessern und auszubauen", sagt Irene López. Durch die Auswertung der Nutzerdaten konnten die Fahrpläne überarbeitet und gefragte Strecken stärker mit Bussen bedient werden. "Die Einführung der Bürgerkarte hat einen wichtigen Wandel im öffentlichen städtischen Nahverkehr angestoßen."

Doch die Einsatzmöglichkeiten der Bürgerkarte sind nicht auf das Busfahren beschränkt. Auch der öffentliche Fahrradverleih "Bicipalma" kann mit der Tarjeta genutzt werden. Besitzer der Bürgerkarte können damit ohne vorheriges Registrieren losradeln.

Ein weiterer Service ist, dass Karteninhaber sich eine Meldebestätigung ausdrucken lassen können, wie sie benötigt wird, um bei Flügen von und zum Festland oder zu Nachbarinseln den Residentenrabatt einzufordern. Dazu sucht man auf dem Internetportal des Rathauses von Palma (www.palma.cat) in der rechten Spalte den Bereich "Certificat de Residència". Dort gibt man die Nummer der Bürgerkarte an. Als Passwort dient das eigene Geburtsdatum in der Reihenfolge Jahr/Monat/Tag. Die Bearbeitungszeit am Rechner dauert recht lange, so dass der Eindruck entsteht, das System hake, aber mit Geduld erscheint das Zertifikat zum Ausdrucken. Gratis und ohne den Gang ins Rathaus.

(aus MM 44/2017)

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