Das ABC für Auswanderer auf Mallorca

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Tschüss Deutschland, hallo Mallorca.

Tschüss Deutschland, hallo Mallorca.

Foto: Mallorca Magazin/Grafik

Genau 19.209 Deutsche leben auf Mallorca und den Nachbarinseln. Jahr für Jahr zieht es Hunderte aus der Heimat auf das Eiland, auf der Suche nach einem besseren Leben unter spanischer Sonne. Auswanderer haben viele Fragen. Hier ein paar Tipps, was es in den letzten Tagen in Deutschland und den ersten auf Mallorca zu beachten gibt.

Ab- und Anmelden: Wer aus seiner Wohnung in Deutschland auszieht und seinen Lebensmittelpunkt nach Mallorca verlagert, muss sich im heimischen Bürgerbüro abmelden. So gibt es das deutsche Meldegesetz vor. Die Abmeldung ist vorgeschrieben. Einen Hauptwohnsitz in Deutschland und einen Nebenwohnsitz im Ausland zu haben oder umgekehrt, ist nicht möglich. Die Abmeldebestätigung dient auch dazu, Verträge oder die GEZ zu kündigen. Auf Mallorca angekommen, melden sich die neuen Inselbewohner zunächst beim Ausländerbüro (Extranjería in Palma) sowie im Rathaus ihrer jeweiligen Gemeinde an.

Castellano und Catalan: „Spanisch – zumindest in Grundzügen – sollte man schon sprechen, um sich hier ein Leben aufzubauen”, sagt Doris Kirch, Auswandererberaterin (auswanderung.es) und Gründerin der Facebook-Gruppe „Auswandern nach Mallorca (Anregungen und Tipps von Auswanderern)”. Katalanisch eignen Neuinsulaner sich meist erst später an. „Denn sich auf zwei neue Fremdsprachen zu konzentrieren, ist schwierig”, so Doris Kirch.

Ersparnisse: Wie hoch die finanziellen Rücklagen für die Auswanderung sein sollten, hängt von den Jobaussichten, der familiären Situation und den persönlichen Ansprüchen ab. „Sechs bis neun Monate ohne Einkommen sollte man aber überbrücken können”, betont Doris Kirch. Viele Neuankömmlinge würden die Kosten auf Mallorca unterschätzen.

Führerschein und Fahrzeug: Residenten, die einen unbefristet gültigen Führerschein haben, müssen diesen innerhalb von zwei Jahren bei der Verkehrsbehörde Tráfico umtauschen. Führerscheine mit Ablaufdatum werden gegen einen spanischen erneuert, wenn er abläuft. Bei einem gravierenden Verstoß gegen die Verkehrsregeln kann von Amts wegen ein Zwangsumtausch (Canje de Oficio) angeordnet werden.

Inselbewohner müssen ihre Fahrzeuge in Spanien anmelden. Neuresidenten haben dafür sechs Monate Zeit. Wer den Wagen innerhalb von sechs Wochen als Umzugsgut deklariert, spart sich die Zulassungssteuer. Zuständig sind der Inselrat sowie der spanische TÜV (ITV).

Jobsuche: „Arbeit gibt es genug auf der Insel, auch wenn die erste Stelle nicht immer gleich der Traumjob ist”, sagt Doris Kirch. Stellenangebote finden sich im Internet, in örtlichen Zeitungen und Radiosendern sowie bei den Unternehmen direkt. Bei spanischen Firmen reicht es oftmals aus, einen Lebenslauf abzugeben.

Krankenversicherung: Auf Mallorca gibt es keine gesetzlichen Krankenkassen wie in Deutschland, sondern nur die „Seguridad Social”. In einer Filiale der Seguridad Social wird die Sozialversicherungsnummer beantragt. Der Versicherungsschutz greift erst, wenn der Arbeitsvertrag beginnt. Das Krankenversichertenkärtchen bekommt man im nächstgelegenen Gesundheitszentrum des Wohnortes. Zudem existieren verschiedene private Versicherungen.

NIE: Ohne sie geht auf Mallorca nichts: die Número de Identidad de Extranjero (Ausländer-identitätsnummer), umgangssprachlich „NIE” genannt. Die Identifizierungsnummer dient auch als Steuernummer. Sie wird nach Terminvereinbarung und mit dem Formular Ex-15 beim Ausländerbüro in Palma (Calle Felicià Fuster 7) beantragt. Nur mit der NIE ist man allerdings noch kein Resident.

Residencia: Residencia wird umgangssprachlich der Eintrag ins spanische Ausländerregister genannt. Wer länger als drei Monate auf Mallorca lebt, muss bei der Ausländerbehörde in Palma die grüne Karte beantragen. Er gilt damit als Resident, also als voll steuerpflichtig.

Schule: Auf Mallorca existieren drei Schularten: „Colegio público” (öffentliche Schule), „Colegio concertado” (halb öffentliche Schule mit meist kirchlichem Träger) sowie kostenpflichtige Privatschulen. In Palma gibt es eine deutsche Privatschule, den Eurocampus. In den öffentlichen Schulen ist die Unterrichtssprache mehrheitlich Katalanisch, für Zuwandererkinder kann Nachhilfeunterricht nötig werden.

Umzug: Je nachdem, ob der Hausstand, Fahrzeuge und Tiere mit auf die Insel übersiedeln sollen, bietet sich die Reise mit dem Flugzeug oder der Fähre an. Fähren verkehren von Barcelona und Toulon nach Palma sowie Alcúdia. Es gibt mehrere Umzugsunternehmen, die auf die Strecke Deutschland-Mallorca spezialisiert sind.

Wohnungssuche: „Früher habe ich immer gesagt, man braucht zuerst den Job und dann die Wohnung. Mittlerweile ist es anders herum”, sagt die Auswandererberaterin. Denn die Situation auf dem Mietmarkt hat sich verschärft. Sechs Monate vor der Auswanderung mit der Suche zu beginnen, ist keinesfalls zu früh. Schlechteste Zeit zum Suchen ist zum Saisonstart.

Auch auf den Preis zu achten, schadet nicht: Die Mietwohnung für 700 Euro kann für den Anfang zu teuer sein, wenn man nur 1000 Euro verdient. „Wichtig ist auch zu wissen, dass hier viele Mietwohnungen möbliert angeboten werden.”

Vorlaufzeit: „Es gibt Leute, die kommen ganz spontan auf die Insel, andere planen Jahre im Voraus”, weiß Doris Kirch. Sie rät, sich genügend Zeit zu lassen, die Insel kennenzulernen und auch mal einen Urlaub im Winter hier zu verbringen. Zudem müssen in der alten Heimat auch Verträge und Versicherungen gekündigt und der Umzug vorbereitet werden.

(aus MM 14/2018)

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