Ferienvermieter müssen bis zu 4000 Euro pro Bett bezahlen

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Die Ferienvermietung auf den Balearen ist an strenge Vorgaben geknüpft.

Die Ferienvermietung auf den Balearen ist an strenge Vorgaben geknüpft. Die Aufnahme entstand auf Menorca.

Foto: J. Gilabert¶

Vor der demnächst anstehenden Verabschiedung des Zonenplans für die Ferienvermietung auf Mallorca hat das Konsortium der balearischen Gästebettenbörse die Gebühren für die jeweiligen Schlafplätze festgelegt: Wenn ein Immobilienbesitzer sein Einfamilienhaus an Urlauber vermieten möchte, muss er pro Gästebett einmalig 4000 Euro ausgeben – so viel wie ein Hotelier.

Der Verband der Ferienvermieter, Habtur, hat die geplante Preisgestaltung am Dienstag massiv kritisert. "Ein Hotel mit einer touristischen Ferienvermietung in einem Wohnhaus zu vergleichen, ist, wie wenn man ein McDonald's-Lokal mit einem familiengeführten Restaurant vergleicht", sagte Habtur-Präsident Joan Miralles.

Nach Angaben des Konsortiums sind des Weiteren für ein das ganze Jahr hindurch angebotenes Apartment von den Vermietern einmalig 1000 Euro pro Schlafplatz zu bezahlen. Wer seine Eigentumswohnung, in der er mit Erstwohnsitz gemeldet ist, für maximal 60 Tage im Jahr vermieten möchte, muss 333,33 Euro pro Schlafplatz bezahlen.

Das sieht die Tariftabelle der Gästebettenbörse vor. Die Gebühren sollen Ende Juni endgültig verabschiedet werden. Interessierte können die Schlafplätze bezahlen, sobald der Zonenplan in Kraft tritt. Nach Angaben des Inselrates soll dies im Juli stattfinden.

Ferienvermieter haben die Möglichkeit, die Gebühr über einige Jahre aufgebrochen abzustottern. Der Jahresbeitrag beträgt dann 1600 Euro bei Hotels und Einfamilienhäusern, 200 Euro bei ganzjährig angebotenen Apartments und 66,77 Euro bei Immobilien mit maximal 60 Tage Vermietung pro Jahr.

Eigentümer, die vorhaben, ihre Immobilien zur touristischen Ferienvermietung anzubieten, müssen darüber hinaus eine Bewohnbarkeitsbescheinigung vorweisen. Die sogenannte "Cédula de Habitabilidad" legt die Zahl der möglichen Schlafplätze fest.

Immobilienbesitzer müssen darüber hinaus ihre vom balearischen Tourismusministerium erteilte Genehmigung zur Ferienvermietung alle fünf Jahre erneuern. Sollten sie nach fünf Jahren ihre Immobilien nicht mehr vermieten wollen, haben sie die Möglichkeit – und das ist nun neu – die Anrechte auf die Schlafplätze aus der Gästebettenbörse an einen anderen Interessenten zu verkaufen.

Die balearische Gästebettenbörse (Consorcio Bolsa de Alojamientos Turísticos, CBAT), gegründet 2008, hält derzeit rein rechnerisch rund 42.000 Schlafplätze vor. Die Einnahmen, die mit diesem Instrument zur Regulierung der touristischen Betten auf den Inseln zusammenkommen, haben dem Gesetz zufolge der touristischen Infrastruktur zugute zu kommen. Allein für 2018 sollen an Mitteln mindestens neun Millionen Euro investiert werden. (as)

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Hajo Hajo / Vor 3 Monaten

Alles Käse, denn

1. sind alle diese Problem und Schwierigkeiten keine anderen, als in den Deutschen Tourismus Hochburgen. Und dort beklagt sich auch keiner. Auch nicht über die Zweitbettensteuer oder Kurtaxen.

2. Es ist Unfug zu behaupten, dass weniger Mieter für Ferienwohnungen schädlich für den Konsum/Umsatz wären. Denn wer statt saisonal abhängiger Vermietung ohne Garantien auf Dauermieter setzt, hat 50% weniger Probleme und kann per Mietvertrag regeln, was zu regeln und erlaubt ist. Aber auch diese Mieter müssen Leben und sorgen für Umsatz.

JayDee / Vor 3 Monaten

@Berger, Vermieer sollen halt einfach wie früher mal angedacht den Wohnraum langfristig zur Verfügung stellen.

Zitat „Der dann einsetzende Gästeschwund,...“ würde dann endlich mal wieder zugunsten der Müllberge, des Wasserverbrauchs, weniger Mietwagen und Flugbewegungen ausfallen.

Sprich: Mallorca hat VOR AirBnB und Co. überlebt, und wird es auch hinterher.

Bernd / Vor 3 Monaten

Hier eine Beispielrechnung aus persönlicher Erfahrung:

Bettensteuer für 4 Schlafplätze = € 16.000 Auf 5 Jahre abzuschreiben sind pro Jahr € 3.200 an Kosten pro Jahr.

Beispielrechnung: Mieteinnahmen pro Jahr = 12.000 Abzüglich MWST dann bleiben noch € 9.480,00 Abzüglich Steuer auf Vermietung, dann bleiben noch € 6.636.00 Abzüglich € 3.200 von der Bettensteuer, dann bleiben noch 3436.00 Von den € 3436.00 gehen Poolpfleger, Poolpflegemittel, Gärtner, Strom,Müllabfuhr, Grundsteuer, Vermögenssteuer, Versicherungen sowie Instandhaltung und Neuanschaffung von Inventar.

Was bleibt übrig außer Arbeit? Nichts. Die Gäste haben einen schönen Urlaub, der Staat das Geld und wir die Arbeit. Konsequenz ist: wir vermieten nicht mehr.

chd / Vor 3 Monaten

Ich bin mir sicher, das wird Konsequenzen haben. Ich lese öfter in den öffentlichen Medien, dass potenzielle Gäste Ferienunterkünfte suchen, d. h. auch "kleine" Familien, die sich nicht unbedingt eine Finca leisten können, bzw. nur eine Wohnung bewohnen wollen. Kenne zwei Bekannte, deren Wohnungen seit Monaten leerstehen, die sonst auf Monate bewohnt waren, -nicht in Palma! Von denen wird sich niemand diesen horrendenden "Betteneinkauf" leisten können und wollen! Warten wir es ab!

Berger / Vor 3 Monaten

Eine solche Abzocke dürfte einmalig auf der Welt sein. Vermieter sollten das Vermieten beenden. Der dann einsetzende Gästeschwund, verbunden mit der einhergehenden Arbeitslosigkeit, wird sicherlich seine Wirkung beim jetzt mit fragwürdigen Entscheidungsträgern besetzten "Inselrat" haben. Oder ganz mit Mallorca Schluß machen. Mallorca den Malloquinern - und Tschüß!

MK / Vor 3 Monaten

Ferienvermietung lohnt sich nicht mehr.

Wolfgang Dewor / Vor 3 Monaten

Es ist doch wunderbar, wie hier abgeräumt wird. Wo ist den bitte die so kostenintensive touristische Infrastruktur?

Metti / Vor 3 Monaten

ich sag mal so. Bei den Preisen dürfen sich die Ämter nicht wundern WARUM kaum einer von den illegalen sich anmeldet. Ich denke, wenn man für eine normale Wohnung mit 4 Schlafplätzen 16000€ Euro in die Bettenbörse zahlen muss...da wird erst mal weiter ohne Lizenz vermietet. Auf die Ferienvermietung an sich, werden die Besitzer nicht verzichten...

mallorca - fan / Vor 3 Monaten

Bauchi zeigt, wie es billiger geht:

1. Finca besetzen

2. 72 Stunden ohne Lebenszeichen drinnen bleiben

3. Harmlosigkeit durch die regionale Presse im Interview bestätigen lassen.

Finca mieten ??? --- War gestern !!!