Die Krux mit den Koffern auf dem Flug

| Flughafen Mallorca |
Bei den Fluggesellschaften gelten unterschiedliche Gepäckbestimmungen

Bei den Fluggesellschaften gelten unterschiedliche Gepäckbestimmungen.

Foto: IStock/Monticelllo

Reisende mit Handgepäck lassen sich von Fluggästen, die ihren Koffer aufgegeben haben, nicht nur durch das Gepäckstück an ihrer Seite unterscheiden: Sie stellen sich sofort in der Schlange an, wenn das Boarding beginnt. Denn die Befürchtung, keinen Platz mehr in den Gepäckfächern zu finden und dann den Flug über – im wahrsten Sinne des Wortes – auf dem eigenen Köfferchen sitzen zu bleiben, fliegt immer mit.

Mehr und mehr Airlines bieten Tarife an, in denen der Koffer nur mit einer Extragebühr eingecheckt werden kann. Also reisen mehr und mehr Passagiere mit Handgepäck, was teilweise zu chaotischen Szenen beim Einstieg ins Flugzeug führt. Doch welche Mallorca-Fluglinie hat ihre Gepäckbestimmungen wie geregelt?

Der irischen Low-Cost-Airline Ryanair ist es nun zu bunt geworden. Die Fluglinie überlegt, die seit 2013 gültigen Bestimmungen fürs Handgepäck wieder zu verschärfen. Die Ankündigung hatte zu zahlreichen Reaktionen von Reisenden geführt.

Vor vier Jahren hatte die Fluglinie eingeführt, dass neben einem bis zu zehn Kilo schweren Koffer noch eine Handtasche, ein Rucksack, eine Fototasche oder ein ähnliches Gepäckstück kostenlos in die Kabine mitgenommen werden kann. Das werde allerdings von vielen Passagieren ausgenutzt, um eine weitere Reisetasche zu transportieren, heißt es nun bei Ryanair. Falls sich das Verhalten der Passagiere nicht ändere, wolle man das zweite Gepäckstück wieder verbieten, sagte Marketingchef Kenny Jacobs.

Sind die Gepäckfächer voll, müssen die Passagiere ihre Handkoffer zur Beförderung im Frachtraum aufgeben - allerdings kostenlos. Da in den Flugzeugen maximal Platz für 90 Handkoffer ist und das restliche Gepäck im Laderaum untergebracht werden muss, haben sich bei dem Billigflieger in jüngster Zeit die Verspätungen gehäuft. Nur Fluggäste mit Priority Boarding, das Aufpreis kostet, können ihr Handgepäck immer in der Kabine transportieren.

Gestattet ist derzeit ein Kabinenkoffer mit den Maßen 55 Zentimeter Höhe, 40 Breite und 20 Tiefe. Die Zusatztasche darf nicht größer als 35 mal 20 mal 20 Zentimeter sein. Für Reisende mit Baby ist eine fünf Kilo schwere Wickeltasche gestattet.

Der typische Ryanair-Kunde ist nur mit Kabinengepäck unterwegs: Denn größere Gepäckstücke müssen gegen einen Aufpreis dazugebucht werden. Wobei die Preise je nach Koffergröße, Strecke und Saison zwischen zehn und 60 Euro pro Gepäckstück schwanken. Jedes Gepäckstück wird einzeln gebucht.

Die Fluggesellschaft Air Berlin lässt in ihrem günstigsten Tarif "Economy Light" ebenfalls nur Handgepäck zu. Der Kabinenkoffer darf acht Kilo wiegen und 55 mal 40 mal 23 Zentimeter groß sein. Eine zweite kleine Hand- oder Lapttoptasche ist gestattet. Wird ein Kabinenkoffer hinzugebucht, der bis zu 23 Kilo schwer sein darf, werden zwischen 35 und 60 Euro fällig. Wiegt der Koffer mehr, fallen bis zu 110 Euro an. In teureren Flugtarifen ist das Kabinengepäck bereits enthalten. Air Berlin zieht sich allerdings aus dem Mallorca-Geschäft weitestgehend zurück.

Viele Air-Berlin-Verbindungen auf die Insel werden voraussichtlich mit Beginn des Sommerflugplans von einer neu zu gründenden Fluggesellschaft übernommen. In dieser Holding werden die Airlines Niki und Tuifly fusionieren. Welche Gepäckbestimmungen für diese Fluggesellschaft gelten werden, steht noch nicht fest.

Tuifly bietet seinen Fluggästen bisher an: Beim Pure-Tarif ist kein Freigepäck inklusive. Gepäckstücke können hinzugebucht werden. 20 Kilo kosten 20 Euro pro Strecke. Die Freigepäckgrenze für aufgegebenes Gepäck im Perfect-Tarif liegt bei 20 Kilo. Dies gilt auch für Gepäck von Kindern und Babys. In der Kabine ist ein Handgepäckstück von bis zu acht Kilo gestattet.

Eurowings lässt Fluggäste, die den Basic-Tarif wählen, lediglich mit Handgepäck (das maximal acht Kilo wiegen darf) reisen. Wer einen Koffer aufgeben möchte, zahlt dafür zusätzlich neun bis 15 Euro. Im teuersten Tarif "Best" bekommt der Passagier neben der Möglichkeit, zwei Gepäckstücke zum Aufgeben sowie zwei Kabinenkoffer mitzunehmen, auch ein reserviertes Handgepäckfach zur Verfügung gestellt.

Germania lässt seine Flugpassagiere ein Handgepäckstück mitnehmen, das bis zu sechs Kilo schwer und 55 mal 40 und 20 Zentimeter groß sein darf. Zudem wird eine Hand- oder Laptoptasche gestattet. Das Unternehmen weist darauf hin, Handgepäckstücke im Frachtraum zu befördern, wenn die Fächer in der Kabine belegt sind. Das ist für die Passagiere allerdings kostenlos.

Germania-Kunden können immer Gepäck im Frachtraum mitnehmen. Für Flüge nach Mallorca können 20 Kilo Freigepäck am Check-in-Schalter aufgegeben werden, es kann auf mehrere Koffer verteilt werden. Bei einem Aufenthalt von mehr als 28 Tagen erhöht sich die Grenze auf 30 Kilo Gepäck. Auch die Beförderung von Kinderwagen, Buggy, Kindersitz oder Kinderbett ist kostenfrei.

Beim Ferienflieger Condor können je nach gebuchter Klasse unterschiedliche Mengen Handgepäck mitgeführt werden. Ein Kabinenkoffer mit einem Gewicht von bis zu sechs Kilo können Reisende in der Economy Class befördern, in der Premium Class sind es bis zu zehn Kilo. In der Business Class sind zwei Gepäck-stücke erlaubt, die zusammen maximal zwölf Kilo auf die Wagen bringen dürfen. Zusätzlich sind eine Hand- und eine Laptoptasche gestattet.

Für Flüge zwischen Deutschland und Mallorca werden drei Tarife angeboten: Wer "Economy Class Light" bucht, hat keinen Anspruch auf Freigepäck, 20 Kilo Gepäck können für 25 Euro dazugebucht werden. Im Tarif "Economy Class Classic" können 20 Kilo aufgegeben werden, im Tarif "Premium Class" sogar 25 Kilo. Das Gewicht darf auf mehrere Koffer verteilt werden. Kinderwagen, Buggys, Babybetten und Autokindersitze werden ohne Aufpreis im Laderaum befördert.

Wer einen Koffer oder eine Tasche für einen Flug mit der Gesellschaft Easyjet aufgeben möchte, muss dafür immer extra zahlen. 20 Kilo Freigepäck kosten zwischen 16,90 und 39 Euro, wenn man es online hinzubucht. Alle Fluggäste können ein Handgepäckstück mit einer maximalen Größe von 56 mal 45 mal 25 Zentimeter mit an Bord nehmen. Eine Gewichtsbegrenzung besteht nicht. Der Reisende muss jedoch den Kabinenkoffer allein ins Handgepäckfach heben können, schreibt die Airline auf ihrer Webseite. Inhaber einer Easyjet-Plus-Karte oder Flugreisende, die den Flexi-Tarif gewählt haben, wird zusätzlich eine kleine Handtasche in der Kabine gewährt, sie muss unter dem Sitz verstaut werden.

(aus MM 06/2017)

Kommentar

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Hajo Hajo / Vor etwa 1 Jahr

Ich fliege häufiger mit Norwegian und konnte beobachten, dass beim Bording vor der Kabinentüre Mitarbeiter mit gelber Weste standen, die grosse Gepäckstücke einkassierten, mit Banderole versahen und nach draussen schafften. Natürlich geht der Vorwurf auch an das Schalterpersonal, das auch andere Auflagen von Gesellschaften beim Einschecken ingnoriert. Z.B. stark übergewichtige Personen müssten 2 Sitze buchen, oder Kleinkinder sollen grundsätzlich in der 1. oder letzten Reihe unter gebracht werden, da dort der passende Platz ist. In der hinteren Kabine ist auch alles für die Pflege der Kinder eingerichtet. Auch konnte ich beonachten, dass Passagiere einen Sitz am Notausgang bekommen hatten, die einer Gefahrensituation in keinem Falle gewachsen gewesen wären. Aber solange man den Platz zusätzlich bezahlen muss, bleibt es so. Die Buchung dieser Sitze per Internet sollte gesperrt werden. Der Scheck In kann schon deshalb nicht funktionieren, weil das Personal zu irgendeiner Ground-Servicegesellschaft gehört und nur in wenigen Fällen bei der Fluggesellschaft angestellt ist w.z.B. Lufthansa. Bisher habe ich noch nie gesehen, dass eine Aufsichtsperson Passagiere veranlasste ihr Handgepäckt in das Prüfgestell zu stecken. Wäre doch die einfachste Methode den Wildwuchs einzudämmen. Sich aber dann beklagen.

Sunny / Vor etwa 1 Jahr

Haben die Deutschen gut gelernt :Geiz ist geil !

Sunny / Vor etwa 1 Jahr

Haben die Deutschen gut gelernt :Geiz ist geil !

Marie-Therese / Vor etwa 1 Jahr

Dieses Problem wäre gar keines, wenn nämlich die Fluggesellschaften rigoros das Vorgeschriebene durchsetzen würden. Es gibt mehr Leute die mehrere Taschen ins Flugzeug schleppen. Jacken können mittlerweile aufgehängt werden, merkt kein Mensch, alles muss oben rein gewurstelt werden. Wir reisen auch mit Handgepäck, das heisst mit 1 Handgepäck in den vorgeschriebenen Massen. Handtasche unter dem Vordersitz und gut ist es. So hätten alle Handgepäck Reisende genug Platz in den Ablagen.