Das bietet Mallorcas Airport für VIPs

| Son Sant Joan, Mallorca |
Umstrittene Überholspur: Die "Fast Lane" am Flughafen Palma de Mallorca.

Umstrittene Überholspur: Die "Fast Lane" am Flughafen Palma de Mallorca. Foto: UH

Umstrittene Überholspur: Die "Fast Lane" am Flughafen Palma de Mallorca.Schlichte Eleganz: Der Flughafen Palma de Mallorca verfügt über zwei VIP-Lounges.Ryanair nimmt am Projekt "Fast Lane" nicht teil. Selbst mit Priority-Buchung müssen sich Kunden anstellen.

Die Sommersaison ist da und mit ihr wieder Millionen von Touristen. Fast alle von ihnen reisen mit dem Flugzeug auf die Insel, es geht ja fast nicht anders. Und die überwiegende Mehrheit von Urlaubern fliegt Economyclass - Holzklasse.

Nur einige wenige kommen im eigenen Jet und landen am Privatflugterminal. Aber es gibt auch eine Welt zwischen Pauschaltouristen und Superreichen: die der Vielflieger, Businessclass-Kunden und Statuskarten-Besitzer. Welchen Service bietet ihnen der Flughafen Palma?

Zwei Vip-Lounges existieren am Airport Son Sant Joan. Eine 750 Quadratmeter große mit Namen "Sala Formentor" im Terminal D und eine weitere, "Sala Valldemossa" genannt, im zweiten Stock des Abflugbereichs, kurz hinter der Sicherheitsschleuse (400 Quadratmeter). Beide Lounges verfügen über eine Rezeption mit Flug-Info-Schalter, Catering, TV, WiFi, einen Konferenzsaal und einen Spielbereich für Kinder. Zugang zu den Lounges haben alle Kunden der Business-Class, Mitglieder sogenannter Lounge-Clubs und, gegen Bezahlung, auch Economy-Urlauber. Der Zugang für den "Normalo" kostet 26,50 Euro.

Auch beim Parken können sich Reisende, natürlich gegen Aufpreis, zum VIP machen. Der Wagen wird dann direkt vor den Türen des Abflugbereiches von einem Fahrer in Empfang genommen und nach der Ankunft wieder gebracht. Der Tarif hängt von der Parkdauer ab. Der VIP-Service kann auf der Homepage des Flughafenbetreibers Aena gebucht werden.

Die neueste Erfindung in Sachen "VIPs" ist die sogenannte Fast Lane, eine Art Überholspur für Priority-Kunden vor der Sicherheitsschleuse. Das zickzackmäßige Mäandern mit all den anderen wartenden Passagieren, die sich herdengleich längs der Absperrungen nach vorne schieben, ist damit Vergangenheit - zumindest für jene Fluggäste, die berechtigt sind, den Schnellzugang zu nutzen. Wer genau das ist, entscheiden die Airlines. Der Flughafen stellt ihnen die Fast Lane nach eigenen Angaben nur zur Verfügung. Diese wiederum entscheiden, in welcher Form sie ihren Kunden die "gelbe Überholspur" anbieten. Mallorca-Marktführer Air Berlin zum Beispiel erlaubt nur Vielfliegern mit Gold-, Silber oder Platinstatus sowie Reisenden im teuren Flyflex-Tarif die Benutzung. Auch die anderen großen Airlines wie Swiss und Lufthansa, Iberia und Air Europa verfahren so. Bei Condor können sich Economy-Gäste ein Premium-Paket dazubuchen. Die meisten Passagiere von Lowcost-Airlines sollten sich nicht täuschen lassen, ihnen bleibt der Zugang selbst dann verwehrt, wenn auf ihrem Ticket "Priority" steht. Sie nehmen an dem Programm nicht teil. Denn die Airlines bezahlen pro Priority-Kunden 1,50 Euro an den Flughafenbetreiber Aena.

Was exklusiv klingt, ist vielen Vielfliegern auf der Insel ein Dorn im Auge. Früher nämlich durften Statuskarten-Inhaber eine separate Sicherheitsschleuse hinter dem Check-In-Bereich benutzen, die direkt zur Vip-Lounge "Valldemossa" führte. Diese ist nur noch Passagieren auf Flügen zwischen den Inseln und Menschen mit Gehbehinderung vorbehalten. Vielflieger müssen die Fast-Lane im ersten Obergeschoss benutzen.

"Das kostet mindestens zehn Minuten Zeit", sagt Holger Strombeck, Hotelier aus Can Picafort und Vielflieger. "Das mag für Urlauber, die meist mehrere Stunden am Flughafen verbringen, lächerlich klingen. Aber für uns, die hier auch mal arbeiten, kommt es auf jede Minute an." Auch Mallorca-Talks-Bloggerin Barbara Röss, Pendlerin zwischen Deutschland und Mallorca, ist verärgert. "Ich muss jetzt wesentlich früher zum Airport kommen und mich mit den Urlaubern anstellen. Wir Vielflieger sind ja nicht die besseren Menschen, aber wir beherrschen einfach die Handgriffe. So müssen wir nun länger warten."

(aus MM 19/2015)

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