Bloß kein Kilogramm zu viel

Gepäck ist für Flugreisende mittlerweile entscheidender Faktor bei der Preisgestaltung

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Der Koffer kann je nach Airline und Anmeldung teuer werden.

Der Koffer kann je nach Airline und Anmeldung teuer werden.

Foto: Foto: Teresa Ayuga

Das Gepäck ist für Flugreisende mittlerweile zu einem entscheidenden Faktor bei der Preisgestaltung geworden. Vorreiter in Sachen billig fliegen mit wenig Gepäck war Ryanair. Mittlerweile haben die meisten Fluglinien nachgezogen, die Regelungen sind aber je nach Gesellschaft sehr unterschiedlich.

So kommt es nicht nur darauf an, ob man die Gepäcklimits genau einhält, sondern auch das Nachbuchen kann den Flug richtig teuer machen, je nachdem ob es online oder am Flughafen gemacht wird. MM hat die Gepäcktarife der am häufigsten von und nach Mallorca fliegenden Airlines gecheckt.

Ryanair
Freigepäck gibt es bei der irischen Airline nicht, ein Gepäckstück bis 15 Kilogramm kostet schon bei der Buchung 15 Euro (Nebensaison). Das spätere Nachbuchen über Internet schlägt mit 20 und vor Ort am Flughafen sogar mit 60 Euro zu Buche.

Zur Hauptsaison fallen die Unterschiede heftiger aus: Statt 25 Euro während der Flugbuchung kostet es beim Nachlösen 30 und direkt am Flughafen 100 Euro. Für die Option mit 20 Kilogramm Gepäck müssen Kunden auf bestimmten Flügen 45 Euro direkt bei der Buchung, 50 Euro beim Online-Nachbuchen sowie 140 Euro am Check-in nachzahlen. Die Skala reicht bis zu 160 Euro für ein zweites Gepäckstück auf bestimmten Flugstrecken.

Das übertrifft die meisten Flugpreise beim irischen Billigflieger deutlich. Die genannten Beträge fallen übrigens auch dann an, wenn das Handgepäck zu schwer oder zu groß ist und man einen Teil nachträglich aufgeben muss. Da ist Ryanair bekanntermaßen kleinlich und erlaubt nur ein Gepäckstück bis zehn Kilogramm, Laptops und auch Duty-Free-Einkaufstüten müssen in das einzige Gepäckstück reinpassen.

Air Berlin
Grundsätzlich kann ein Gepäckstück bis 23 Kilogramm gratis aufgegeben werden, sofern man nicht die „Just-Fly-Option” gewählt hat. Die ist aber ohnehin nicht auf allen Strecken verfügbar. Ist das Gepäckstück deutlich schwerer (23 bis 32 Kilogramm), werden 70 Euro fällig. Derselbe Betrag wird auf Kurz- und Mittelstrecken auch für jedes weitere Gepäckstück bis zu einem Gewicht von 23 Kilogramm fällig. Ist es noch schwerer, fallen sogar 120 Euro an. Außer bei der Just-Fly-Option ist es bei Air Berlin egal, ob online oder am Flughafen nachgebucht wird. Handgepäck bis acht Kilogramm ist bei Air Berlin frei. Beim Handgepäck erlaubt die Airline die Mitnahme eines Laptops extra. 

Condor
Beim Handgepäck ist die drittgrößte deutsche Fluggesellschaft mit maximal sechs Kilogramm etwas kleinlich, dafür dürfen Laptop oder Regenschirm extra mitgenommen werden. Das aufzugebende Freigepäck liegt mit 20 Kilogramm auf Kurz- undMittelstrecke im Durchschnitt. Die Kosten für Extrakilos sind folgendermaßen gestaffelt: Fünf Kilogramm 40 Euro, zehn Kilogramm 70 Euro, 15 Kilogramm 90 Euro und ein Plus von 20 Kilogramm (Maximum) 100 Euro. Die Summe der Außenmaße darf zudem 202 Zentimeter nicht übersteigen. Die sogenannten Freigepäckpakete kann man bis acht Stunden vor dem Abflug kostenlos buchen. Am Schalter können die Kosten durch Gebühren bis zu 50 Prozent höher liegen.

Germanwings
Handgepäck bis acht Kilogramm ist frei, je nach Tarif ebenso ein aufzugebendes Gepäckstück bis 23 Kilogramm. Nun bietet Germanwings bei der Billigvariante nur mit Handgepäck, genannt „Basic”, auch die Möglichkeit, für 12,50 Euro online ein Gepäckstück nachzubuchen und für 75 Euro ein zweites. Bei der Tarifoption „Best”  sind hingegen zwei Gepäckstücke mit bis zu 23 Kilogramm inklusive. Die Tarife können online kostenlos verändert beziehungsweise Gepäck kann nachgebucht werden, somit müssen nur die Leistungen an sich bezahlt werden. Am Check-in-Schalter kann Nachbuchen dafür bis zu 50 Prozent teurer werden.

Tuifly
Beim Handgepäck sind nur maximal sechs Kilogramm Gewicht erlaubt. Die Fluggesellschaft ändert ab 1. Mai 2014 zudem ihre Grenze für die Kofferaufgabe. Waren bislang 20 Kilogramm möglich, sind es ab Mai nur noch 15 Kilogramm. Wer am Flughafen mit schwerem Gepäck einchecken will, wird kräftig zur Kasse gebeten. Bis zum 1. Mai 2014 gilt: 20 bis 25 Kilogramm kosten 50 Euro, 25 bis 30 Kilogramm 100 Euro, 30 bis 40 Kilogramm 200 Euro. Wer das per Internet bucht, zahlt 35, 65 oder 100 Euro, spart also bis zu 50 Prozent.

Für Abflüge ab dem 1. Mai 2014 gilt: 15 bis 20 Kilogramm kosten 5 Euro per Internet, beziehungsweise 50 Euro am Flughafen, 21 bis 25 Kilogramm 35 Euro via Internet oder 100 Euro am Flughafen und 26 bis 32 Kilogramm kosten 55 Euro im Internet oder 170 Euro am Flughafen. Nach der neuen Ordnung kann man bei Tuifly gegen Aufpreis ein zweites Gepäckstück mitnehmen.

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Hermann / Vor über 4 Jahren

Pure Abzocke! Ich weiß, mit wem ich nicht mehr fliegen werde.