Rasantes Designerspielzeug

"Singlespeeds" und "Fixies": Die neuen Bikes für die Insel

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Mallorca ist ein ideales Terrain für den neuen Fahrradtrend. Ende Mai findet eine spezielle Test- und Trainingswoche statt.

Mallorca ist ein ideales Terrain für den neuen Fahrradtrend. Ende Mai findet eine spezielle Test- und Trainingswoche statt.

Foto: Foto: MA-13.net by Dan Zoubek
Mallorca ist ein ideales Terrain für den neuen Fahrradtrend. Ende Mai findet eine spezielle Test- und Trainingswoche statt.Ursprünglich stammen die "Fixies" aus dem Bahnradsport.Ohne Gangschaltung und Freilauf muss man bergauf ziemlich in die Pedale treten. Das schult angeblich den "runden Tritt".Jan Eric Schwarzer betreibt auf Mallorca die Fahrradpension MA-13 und kennt sich in der Fixie-Szene gut aus.

Fahrräder im minimalistischen Design liegen im Trend. Sie haben weder Schutzblech noch Licht oder Gangschaltung. Das sieht nicht nur gut aus, sondern spart auch Aufwand für Reparaturen und Wartung. "Der Trend kommt aus New York und macht schon seit vier Jahren die Runde durch die Großstädte der Welt", sagt Sportwissenschaftler Jan Eric Schwarzer, der in Sineu die Fahrradpension "MA-13" betreibt.

Seit etwa einem Jahr haben die sogenannten "Fixies" und "Singlespeeds" auch Mallorca erreicht. Nicht nur bei Jan Eric Schwarzer, der diesen Monat in Sineu zum zweiten Mal eine Trainingswoche auf den modischen Bikes veranstaltet, sondern auch auf den Straßen von Palma. "Es gibt eine Szene, die stark in Bewegung ist. Ich kenne Treffpunkte an der Strandpromenade von Portitxol, an der Plaça de los Patines und in Son Rapinya", sagt Juanjo Siquier vom Urban-Life-Laden "Yeah!" in Palma.

Was den einen oder anderen Spaziergänger verstören dürfte: Manchmal haben die "Fixies" nicht nur einen starren Gang ohne Freilauf, der die Füße zum ständigen Treten zwingt, sondern auch keine Bremsen. "Man übt Gegendruck auf die Pedale aus und stellt zum Anhalten den Lenker quer. In der Original-Version gibt es allenfalls eine Vorderbremse zur Unterstützung", erklärt Juanjo Siquier.

Das wird in westlichen Großstädten von Fahrradkurieren praktiziert, um schneller ans Ziel zu kommen und ist in den USA legal. In Deutschland oder Spanien ist es wegen der Gesetze nur eingeschränkt möglich. Einen Geschwindigkeitsrausch ermöglichen die Räder aber auch hierzulande, indem sie den Fahrer zum ständigen Treten zwingen und zu Geschwindigkeiten von 40 bis 50 km/h und mehr reizen.

Ursprünglich kommen die "Fixies" denn auch aus dem Bahnradsport, wo hinter Motorrädern oder im Windschatten extreme Geschwindigkeiten erreicht werden. "Es schult aber auch den runden Tritt und wird deswegen von Straßenfahrern immer mehr geschätzt", sagt Jan Eric Schwarzer, der als Deutscher Stehermeister 2007 das Gerät bestens kennt.

Es hat also durchaus seinen Grund, wenn im "Urban Cycling" auf den Freilauf für die Gangschaltung verzichtet wird. Ebenso wie die ultramodernen Fixies von heute zwangen übrigens auch die Fahrräder im 19. Jahrhundert zum ständigen Mittreten, bis sich nach 1918 endlich die Nabenschaltung durchsetzte. Die damit verbundene Rücktrittbremse kommt auch in manchen Fixie- und Single-Gear-Versionen wieder zur Geltung. Verfügbar sind abweichend von der ursprünglichen Idee inzwischen auch Modelle mit mehreren Gängen.

Falls man also von Weitem ein Fahrrad im minimalistischen Design anrasen sieht, braucht man nicht gleich in Deckung gehen: Auf Mallorca gehören nur wenige Radler zum harten Kern der Szene und sind ganz ohne Bremsen unterwegs.

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