Alcúdia: Der Hügel der Römer

Vor 4000 Jahren siedelten bei Alcúdia die ersten Menschen. Ein Besuch der römischen Ausgrabungsstelle lässt sich gut mit einem Spaziergang durch die schmucke Altstadt verbinden. Es gibt kostenlose Führungen

VON ROBERT LABAS

Alte Häuser stehen dicht gedrängt in engen, labyrinthartigen Gassen. Die Häuser sind gepflegt und renoviert, die Staßen sauber, die Cafés zahlreich. Ringsherum steht eine mächtige Stadtmauer, ein großes Tor mit zwei Türmen markiert den Zugang. Davor sieht es anders aus: Staubige Parkplätze mit unzähligen Auto dominieren das Bild.

Alcúdia ist eine Stadt mit Geschichte. Vor 4000 Jahren siedelten sich die ersten Menschen an. Später folgten Römer, Byzantiner, Araber und später katalanische Christen. Der Name Alcúdia leitet sich vom arabischen „Al Kudia” ab und bedeutet „der Hügel”. Vor der Stadtmauer, in der Nähe eines großen Parkplatzes und der Kirche Sant Jaume, liegt eine römische Ausgrabungsstätte, die für zwei Euro besichtigt werden kann. Viel zu sehen ist hier allerdings nicht mehr. Von der römischen Siedlung Pollentia, die 123 vor Christus gegründet wurde, sind nur einige Grundmauern übriggeblieben.

Wer Zeit und keine müden Füße hat, kann einen Spaziergang entlang der Straße bis zur kleinen Kapelle Santa Anna anschließen. Von dort aus geht es auf einem durch einen Steinwall geschützten Weg über die Felder, wo die Ruinen des römischen Theaters versteckt liegen.

Weite Wege gibt es bei einem Gang durch die Altstadt nicht. Von dem einen Tor „Porta de Sant Sebastià” bis zum anderen Ende, der „Porta del Moll”, sind es nur fünf Minuten. Von dort aus bietet sich ein Spaziergang auf der mittelalterlichen Stadtmauer an, die in der Renaissance ausgebaut wurde. Auf dem Wehrgang entfaltet sich der Blick auf Land, Berge und Meer.

Durch den Bau der Mauern, mit dem im Jahr 1300 durch einen Erlass des Königs Jaume II. begonnen wurde, erhielt Alcúdia seine heutige Form. Damals war die Stadt ein bedeutendes Wirtschaftszentrum, das vor Piraten geschützt werden musste. Ab dem 16. Jahrhundert ging der Einfluss aber trotz Hafens nach und nach zurück.

Es geht wieder ins Dickicht der Gassen, wo zahlreiche kleine Cafés und Restaurants zum Verweilen einladen. Wer länger bleiben will, findet auch Hotels mit mallorquinischem Charme. Dienstags und sonntags findet der Markt in der südöstlichsten Ecke der Altstadt statt. Im Kern des „Nucli Antic D'Alcúdia” fällt vor allem das Rathaus aus dem 14. Jahrhundert auf, mit seinem prunkvollen Turm das markanteste Bauwerk.

Wer schon die römische Ausgrabungsstätte besucht hat, spart anschließend die zwei Euro Eintritt für das Museum Monogràfic de Pollèntia, denn die Eintrittskarte ist auch hier gültig. Ausgestellt sind verschiedene Fundstücke, zum Beispiel Tongefäße und Marmorstatuen. Das Museum liegt gegenüber der Kirche Sant Jaume, die der erste Anlaufpunkt für die meisten Touristen ist. Der Eingang zur Kirche, einem neugotischen Bau, der erst 1893 fertiggestellt wurde, ist jedoch meist verschlossen.

Für die zweite Tageshälfte bieten sich zahlreiche Ausflüge ins Umland von Alcúdia an. Etwa eine Wanderung auf der Halbinsel La Victòria (Cap del Pinar) in den Bergen, ein Besuch des Naturparks und Vogelparadieses Albufera oder eine Fahrt zum äußersten Nordgipfel Mallorcas, dem Cap Formentor.

In Alcúdia selbst werden kostenlose Führungen angeboten, die jeden Mittwoch an der Kirche Sant Jaume starten und rund drei Stunden dauern.

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