All-inclusive mit TUI bald auch im Bierkönig

Reisekonzern startet Experiment an der Playa de Palma: Plastikband am Handgelenk gewährt Essen und Trinken in zwei Stimmungslokalen

All-inclusive-Gäste an der Playa de Palma müssen ihr Bier nicht mehr nur allein im Hotel trinken. Künftig stehen ihnen auch zwei einschlägig bekannte Bier– und Party-Tempel offen. Mit einem Plastikarmbändchen am Handgelenk können sie im Bierkönig und im Oberbayern soviel Gerstensaft und andere Getränke zu sich nehmen, wie sie nur wollen. Möglich wird dies durch ein neues All-inclusive-Angebot, das Deutschlands größter Reisekonzern, die TUI AG, im kommenden Sommer auf Mallorca testen will.

Nach den Worten der TUI-Managerin für die Vertragsgestaltung mit den Hotels im Mittelmeerraum, Kirsten Feld-Türkis, handelt es sich um einen ersten Versuch, die Gastronomie in das All-inclusive-Angebot einzubinden. Bei dem „Experiment”, das die TUI an der Playa de Palma startet, sind die beiden Hotels Bali und Chico beteiligt. Die Zusammenarbeit mit dem Bierkönig und dem Oberbayern gestalte sich einfach, da die beiden Lokale und die genannten Hotels einem Eigentümer gehören, sagte Feld-Türkis im kubanischen Varadero anlässlich der Präsentation der TUI-Sommerkataloge für 2006.

Der Reisekonzern reagiert mit diesem Schritt auf die Kritik, die dem All-inclusive-Angebot auf der Insel entgegengebracht worden ist. Gastronomen und Unternehmerverbände hatten das Vermarktungsmodell zum Teil massiv kritisiert, da Restaurants und Bars in den betroffenen Urlaubsgebieten unter Besuchermangel litten. Die balearischen Oppositionsparteien wie jüngst die Sozialisten in Son Servera bekräftigten ihre Forderung, die Regierung solle das All-inclusive-Modell gesetzlich regeln und Qualitäts-Mindeststandards festlegen.

Die TUI-Managerin versprach, die Entwicklung im Verhalten jener Urlauber, die sich für dieses Produkt entscheiden, genau im Auge zu behalten, „weil, das ist klar, wir wollen nicht, dass dieses Ferienangebot zu ähnlichen Situationen wie am Ballermann 6 führt”, sagte Feld-Türkis zu Journalisten der spanischen Tageszeitung „Ultima Hora”. Wenn die Erfahrungen aus diesem Pilotprojekt positiv verliefen, wolle TUI das All-inclusive-Angebot in Zusammenarbeit mit weiteren gastronomischen Betrieben ausbauen. Von den 155 Hotels, mit denen der Reisekonzern auf Mallorca zusammenarbeitet, bedienen 50 das All-inclusive-Segment. Der Anteil von einem Drittel bleibt im kommenden Sommer stabil. Mit dem Reisekonzern gelangen rund 1'2 Millionen Urlauber auf die Balearen.

Wie TUI-Deutschland-Chef Volker Böttcher auf Kuba bekanntgab, zählte Mallorca zu den großen Gewinnern der Sommersaison 2005. „Die Lieblingsinsel der Deutschen schließt die Saison mit einem Gästeplus von neun Prozent ab.” Bei den gebuchten Umsätzen verzeichnete TUI Ende Oktober in Deutschland ein Plus von 5'3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Gäste stieg um 14'7 Prozent. Für das kommende Jahr haben die Rekordpreise für Öl die Reisen im Schnitt um 2'3 Prozent verteuert. Mallorca kommt dabei aufgrund seiner Nähe zu Deutschland mit einem Preisanstieg von einem Prozent noch am besten weg. Entferntere Ziele kosten bis zu fünf Prozent mehr.

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