Die ganz große Koalition

Die meisten deutschen Politiker kennen Mallorca, wollen hier aber keinen Wahlkampf machen. MM ermittelte im Rahmen einer Umfrage, welche Beziehung wichtige Parteienvertreter zur Insel haben. Ein Ergebnis: Jeder Zweite war schon mindestens einmal hier

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Deutschlands Politiker sind im Dauerstress: Wenn ihnen das Bundesverfassungsgericht nicht doch noch einen Strich durch die Rechnung macht, wird am 18. September ein neuer Bundestag gewählt. Man führt einen kurzen, aber umso intensiveren Wahlkampf.

Obwohl sich viele potentielle Wähler gerade jetzt auf Mallorca befinden, ist die Insel für Parteireklame tabu. Kaum ein wichtiger deutscher Politiker kann sich vorstellen, auf der Insel Wahlkampf zu machen, wie eine MM-Umfrage unter knapp 80 wichtigen Köpfen von CDU, CSU, SPD, FDP, Grünen und der Linkspartei PDS ergab. MM stellte Fragen rund um Mallorca, und jeder Vierte reagierte (Auszüge aus den Antworten auf den folgenden Seiten).

Beim Thema Wahlkampf waren sich fast alle einig. 1998 hatte der damalige FDP-Chef Wolfgang Gerhardt ein Plakat an Palmas Flughafen geklebt. Daran erinnert man sich noch heute. Grünen-Vorsitzender Reinhard Bütikofer meint: „Das war damals anmaßend. Der FDP ging es bei ihrer Aktion nicht um Mallorca, sondern um inhaltsleere Publicity für sich selbst. Gebracht hat es ihr nichts. Zu Recht. Ich fand's daneben.”

Auch die anderen Parteien planen keine Aktivitäten in Palma und Umgebung. SPD-Generalsekretär Klaus Uwe Benneter: „Ich glaube, die Menschen wollen im Urlaub vor allem Urlaub machen. Da sollten Parteien sie nicht ,verfolgen'.” Noch mehr im Einklang sind die Politiker bei der Ansicht, dass auch Deutsche, die auf Mallorca leben, ihr Wahlrecht am 18. September nutzen sollten.

Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff meint zum Beispiel: „Es sind ja immer noch Bürger der Bundesrepublik, mit allen demokratischen Rechten und Pflichten. Das Wahlrecht gehört unbedingt dazu. Das eigene Land sollte stets ein ganzes Interesse finden.”

Michael Müller, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, betont: „Das oberste Prinzip der Demokratie ist, sie lebendig zu halten. Und lebendig halten heißt, seine Grundrechte wahrzunehmen. Die sind nicht an Staatsgrenzen, sondern an die Staatsangehörigkeit gebunden.”

Auch das Argument, dass die deutsche Politik die Mallorca-Deutschen, die fest hier leben, nichts mehr angehe, trifft nicht zu, wie Familienministerin Renate Schmidt (SPD) hervorhebt: „Die deutsche Sozialpolitik zum Beispiel betrifft viele Rentnerinnen und Rentner, die auf Mallorca leben. Oder auch Umwelt- und Energiefragen oder das vereinte Europa, das sind grenzüberschreitende Themen.”

Dass Deutsche, die auf Mallorca oder anderswo im Ausland leben, eine interessante Wählergruppe sein können, hat man auch in der Berliner CDU-Zentrale erkannt. Von dort wurde ein Interview mit Angela Merkel verbreitet, in dem sich die Unions-Kanzlerkandidatin ganz konkret an Auslandsdeutsche wendet.

Sie schlägt dabei in dieselbe Kerbe wie Renate Schmidt: „Die Entwicklungen in Deutschland sind auch für die meisten Deutschen im Ausland von großem Interesse: Sei es die Entwicklung der sozialen Sicherungssysteme für diejenigen, die ihren Ruhestand im Ausland verbringen und ihre Rente aus Deutschland beziehen. Sei es die wirtschaftliche Entwicklung, die für all diejenigen wichtig ist, die wegen der schlechten Rahmenbedingungen in Deutschland mit ihren Unternehmen im Ausland ansässig sind, oder diejenigen, die für deutsche Firmen im Ausland aktiv sind.

Und es geht auch um das Ansehen Deutschlands im Ausland. Wir wollen, dass die Deutschen im Ausland wieder stolz auf ihr Land sein können.” Unabhängig vom Wahlkampf wird Mallorca auch weiterhin eine wichtige Rolle in der deutschen Politik spielen. Denn hier trifft man sich, die Insel ist nicht nur die Lieblingsinsel der Deutschen, sondern auch der deutschen Politiker.

Die MM-Umfrage, einige Telefonate und ein Blick ins Archiv ergaben: Jeder zweite deutsche Spitzenpolitiker war schon mindestens einmal auf Mallorca. Kanzler Schröder war früher ein ausgewiesener Fan der Insel, Oskar Lafontaine urlaubte dreimal im Norden, in der Nähe von Pollença, Bremens Bürgermeister Henning Scherf wanderte vor vielen Jahren im Raum Andratx, der sächsischen Ministerpräsidenten Georg Milbradt erinnert sich gern an zwei Mallorca-Urlaube.

Und wer die Insel noch nicht kennt, will das ändern. Wie Verkehrsminister Manfred Stolpe. Der antwortete auf die MM-Frage ”Waren Sie schon einmal auf Mallorca?” „Nein, das Vergnügen habe ich noch vor mir. Denn von vielen Freunden und Verwandten weiß ich von der Schönheit dieses Ferienparadieses.”j die für all diejenigen wichtig ist, die wegen der schlechten Rahmenbedingungen in Deutschland mit ihren Unternehmen im Ausland ansässig sind, oder diejenigen, die für deutsche Firmen im Ausland aktiv sind. Und es geht auch um das Ansehen Deutschlands im Ausland. Wir wollen, dass die Deutschen im Ausland wieder stolz auf ihr Land sein können.”

Unabhängig vom Wahlkampf wird Mallorca auch weiterhin eine wichtige Rolle in der deutschen Politik spielen. Denn hier trifft man sich, die Insel ist nicht nur die Lieblingsinsel der Deutschen, sondern auch der deutschen Politiker. Die MM-Umfrage, einige Telefonate und ein Blick ins Archiv ergaben: Jeder zweite deutsche Spitzenpolitiker war schon mindestens einmal auf Mallorca. Kanzler Schröder war früher ein ausgewiesener Fan der Insel, Oskar Lafontaine urlaubte dreimal im Norden, in der Nähe von Pollença, Bremens Bürgermeister Henning Scherf wanderte vor vielen Jahren im Raum Andratx, der sächsischen Ministerpräsidenten Georg Milbradt erinnert sich gern an zwei Mallorca-Urlaube.

Und wer die Insel noch nicht kennt, will das ändern. Wie Verkehrsminister Manfred Stolpe. Der antwortete auf die MM-Frage ”Waren Sie schon einmal auf Mallorca?” „Nein, das Vergnügen habe ich noch vor mir. Denn von vielen Freunden und Verwandten weiß ich von der Schönheit dieses Ferienparadieses.”

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