Aus den Augen, aus dem Sinn

Warum nicht Kräfte bündeln im Tierschutz?

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Man sollte meinen, dass das Thema Tierschutz auf Mallorca schon längst kein großes Problem mehr darstellen dürfte: Schon seit Jahrzehnten haben die Gemeinden, die Tierschützer, die offiziellen Tierheime und die Bevölkerung ihre Erfahrungen mit herrenlosen Hunden und Katzen gemacht. Aber alles Mahnen zu mehr Verantwortung, alles Gerede über Missstände und alle neue Vorschriften für Tierhalter haben bislang wenig Früchte getragen: Noch immer werden Haustiere aus Habgier im Überfluss gezüchtet und allzu leichtfertig angeschafft und wieder abgegeben. 8000 Hunde und Katzen sterben jedes Jahr auf den Straßen und in privaten und öffentlichen Tierheimen der Insel. Alleine in Palmas Tierheim Son Reus landen pro Jahr über 4000 Haustiere. Zwei Drittel werden getötet.

Für viele Deutsche ist die auf der Insel gängige Lösung – das Einschläfern – inakzeptabel. Dass auf Mallorca – vor allem unter der Landbevölkerung – eine andere Moralvorstellung zu diesem Thema herrscht, weckt teilweise heftige Emotionen und tiefes Misstrauen. Manche Vereine haben Erstaunliches in Gang gesetzt, um „ihre” Tiere zu retten. Manchmal allerdings mit dem Preis, sich wegen mangelnden Feingefühls oder unbequemer Ideen in ihrem Wohnort unbeliebt zu machen oder dem Gefühl, von der nicht enden wollenden Flut leidender Tiere überrannt zu werden.

Die privaten Tierschützer können das Problem unmöglich alleine lösen. In erster Linie stehen die Gemeinden in der Pflicht, die Versäumnisse der eigentlich verantwortlichen Haustierhalter auszubügeln. Dass nicht jede kleine Gemeinde ein eigenes Tierheim betreiben kann, ist logisch. Aber sollte es nicht möglich sein, drei oder vier, auf der Insel verteilte, gut ausgestattete Tierheime zu bauen, in denen Gelder und Energien der Kommunen und Tierschützer unter professioneller Anleitung gebündelt sein könnten?

Hunde und Katzen von überall auf der Insel nach Son Reus zu karren, um sie dort – aus den Augen, aus dem Sinn – ihrem Schicksal zu überlassen, erscheint allzu bequem und wäre dann auch unnötig.

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