Ensaimada in Prenzlauer Berg

Der gebürtige Mallorquiner Pedro Homar lebt seit rund 20 Jahren in Berlin , wo er mediterrane Spezialitäten verkauft

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Mitten in Berlin: Hier hat der Mallorquiner Pedro Homar in den 1990er Jahren seine zweite "Heimat des Herzens" gefunden.

Mitten in Berlin: Hier hat der Mallorquiner Pedro Homar in den 1990er Jahren seine zweite "Heimat des Herzens" gefunden.

Es sollte wohl so sein. Wenn man den gebürtigen Mallorquiner Pedro Homar fragt, was ihn eigentlich nach Berlin getrieben hat, dann hört sich die Antwort irgendwie nach "Schicksal" an. Schon als er zwölf, 13 Jahre alt ist und mit seinen Eltern - Vater Pedro arbeitet bei Emaya, Mutter Magdalena kümmert sich um ihn und seine beiden Schwestern - im Stadtteil Calatrava lebt, zieht es ihn magisch nach Berlin: "Und ich weiß bis jetzt nicht, warum", lacht der 45-Jährige.

Heute betreibt er mit drei Geschäftspartnern das Spezialitätengeschäft "Mitte Meer", das sich auf mediterrane Leckereien aus Spanien, Portugal und Italien konzentriert hat. Inzwischen gibt es drei Filialen in Berlin, eine in München, und weil das erste Geschäft in Berlin-Mitte aufmachte, nannten sie es "Mitte Meer": "Anfangs dachten die Kunden oft, wir hätten das 'l' in der Mitte vergessen."

Zu Pedros Kunden gehören Gastronomen, Hobbyköche und Freunde der mediterranen Küche; frischen Fisch und vielerlei Meeresfrüchte hat er genauso im Angebot wie Cavas und Weine: Anima Negra, Ferrer, Binigrau ... Und natürlich Sobrassada - und Ensaimada: "Es war gar nicht so einfach eine Bäckerei zu finden, die richtig gute, tiefgefrorene Ensaimada exportiert", sagt Pedro Homar. "Aber jetzt haben wir sie gefunden - und die Kunden lieben sie."

Essen und Genießen sind inzwischen auch zur eigenen Leidenschaft geworden, allerdings: "Das Kochen hab' ich erst recht spät entdeckt." Früher, auf Mallorca, da hat er zunächst in der Tourismus-Branche gearbeitet - "Was anderes gab es ja kaum" -, und als in der Wintersaison seine Freunde nach Barcelona oder Madrid "auswanderten", fuhr Pedro nach: Berlin.

Seine allererste Reise fand - schicksalsträchtig! - erneut an einem besonderen Datum im November 1989 statt: "Im Flieger titelten die Zeitungen: Die Mauer ist weg!" In Berlin angekommen, hat er noch "mit dem Hammer eigenhändig Mauerreste abgeklopft, für mich und viele auch an Freunde verschenkt". Und mit viel Neugier und Freude historische Stätten besucht, den "Checkpoint Charlie" etwa und überhaupt den "alten Boden der DDR". Er blieb einige Monate, um Deutsch zu lernen, kehrte zunächst nach Mallorca zurück. Anfang der 1990 Jahre zog es Pedro Homar dann endgültig nach Berlin: "Ich liebe die multikulturelle Vielfalt dieser Stadt. Jeder macht, was er will, diese Freiheit finde ich einfach genial."

Wenn er nicht arbeitet, spielt er Squash, joggt durch die schönen Parks der Stadt oder durchquert sie mit dem Fahrrad. Nur an die Berliner Seen mit ihren sumpfigen Böden kann er sich nicht gewöhnen: "Da kriegt mich keiner rein." Aber dafür reist er ja auch mindestens fünf-, sechsmal im Jahr nach Mallorca. Heimweh hat er zwar nicht: "Aber wenn ich dann wieder diese unglaublich schönen Farben sehe, haut es mich jedesmal um - selbst als gebürtiger Insulaner."

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