Spanair fliegt nicht mehr

Wegen finanzieller Probleme abrupt den Betrieb eingestellt

Die letzten Spanair-Flüge wurden am Freitagabend abgewickelt.

Foto: UH-EIVISSA

Die spanische Fluggesellschaft Spanair steht vor der Pleite. Das Unternehmen mit Sitz in Barcelona kündigte am Freitagabend an, dass es wegen finanzieller Probleme den Flugbetrieb einstellen müsse. Alle Flüge wurden ab Freitagabend 22.00 Uhr gestrichen. Rund 22.000 Passagiere sollen nach spanischen Medienberichten an diesem Wochenende von der Maßnahme betroffenen sein, davon fast 1700 auf den Balearen.

Die Balearen-Regierung erklärte am Samstag, dass das Ende von Spanair die "sehr schwierige" Situation des Flugverkehrs auf den Balearen weiter verschlechtere. Es fehle vor allem an Verbindungen zum Festland. Spanair habe 20 Prozent des Flugverkehrs der Inseln abgedeckt.

Die Airline wird wegen ihrer starken Verluste und hohen Schulden voraussichtlich in den nächsten Tagen einen Insolvenzantrag stellen, wie die spanische Nachrichtenagentur EFE unter Berufung auf Luftfahrtkreise berichtete. Spanair befindet sich in einer finanziell prekären Lage, nachdem Qatar Airways bekanntgegeben hatte, dass die Fluggesellschaft nicht beim katalanischen Unternehmen einsteigen wolle. Auch die Regionalregierung Kataloniens wollte Spanair nicht weiter mit Finanzspritzen zu helfen.

Die 1986 gegründete Fluggesellschaft hatte ihren Sitz bis 2008 in Palma, wo sie mit 1200 Mitarbeitern und 63 Flugzeugen über Jahre das bedeutendste Wirtschaftsunternehmen war.  2010 flog Spanair einen Verlust von 115 Millionen Euro ein. Im Jahr 2009 hatte sie ein Minus von 186 Millionen Euro verbucht. 2011 hatte die frühere Tochter der skandinavischen Luftfahrtgesellschaft SAS insgesamt 12,5 Millionen Passagiere befördert. Spanair beschäftigt rund 2000 Mitarbeiter, 200 davon auf den Balearen.

Ein Spanair-Flug war im August 2008 kurz nach dem Start auf dem Flughafen Madrid-Barajas abgestürzt und in Flammen aufgegangen. Von 172 Menschen an Bord kamen 154 ums Leben.

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