"Ökologisches Attentat" auf Mallorcas Wildbäche

Reinigung mit schwerem Gerät. Umweltaktivisten planen Beschwerde in Brüssel

Mechanische Reinigung im Torrent de Coanegra bei Santa Maria.

Foto: Foto: Antoni Pol

Die Reinigung der Trockenflussbetten auf der Insel mit schwerem Gerät treibt Mallorcas Umweltaktivisten auf die Barrikaden. Sie sehen in dem Vorgehen der Reinigungstrupps des balearischen Umweltministeriums ein "ökologisches Attentat" auf die Wildbäche und ihre Uferzonen.

Die Bachläufe, die sogegannten "Torrents", führen nur nach Regenfällen kurzzeitig Wasser, ansonsten liegen sie trocken. Dennoch bieten sie Lebensräume für viele Pflanzen und Tiere an den bewachsenen Rändern. Nach jedem Niederschlag bleiben zudem Steine und Geröll am Boden der Bäche zurück.

Um das Abfließen des Wassers zu garantieren und Überschwemmungen zu vermeiden, müssen die Torrents immer wieder einmal gereinigt und der Wildwuchs zurückgeschnitten werden. Diese Arbeit wurde traditionell manuell ausgeführt. Mitunter wird aber auch schweres Gerät wie etwa Planierraupen eingesetzt.

Die jüngsten Arbeiten des Ministeriums im Torrent de Coanegra bei Santa Maria haben zu Aufrruhr unter den Naturschützern geführt. Das idyllische Tal gilt wegen seiner Naturschönheit als eine Perle im Tramuntanagebiet, das wiederum von der Unesco zum Welterbe erklärt wurde.

Vor diesem Hintergrund planen verschiedene Umweltgruppen wie GOB und GADMA Beschwerden vor den Umweltbehörden der Europäischen Union sowie rechtliche Schritte gegen das Ministerium. Sie fordern eine Rückkehr zu sanfteren Reinigungsmethoden. Der Einsatz von Baggern und Kettenfahrzeugen habe den natürlichen Uferverlauf sowie die Beschaffenheit des Torrents zerstört.

 

 

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