Inselrat will Bauschutt-Entsorgung privatisieren

Alte Steinbrüche sollen wieder Abriss-Materialien aufnehmen

MANACOR - VERTEDERO JUNTO A LA CANTERA DE SON SUAU.

Wild abgekippter Bauschutt in der Insellandschaft. In diesem Fall bei Manacor

Foto: Ultima Hora

Mallorcas Inselrat plant, die Bauschutt-Entsorgung wieder in die Hände der Privatwirtschaft zurückzugeben. Das berichtet die spanische Tageszeitung "Ultima Hora". Das öffentliche System habe die illegale Entsorgung in der Landschaft begünstigt.

Derzeit sind die Funktionäre des Inselrates damit beschäftigt, einen Plan für die Re-Privatisierung auszuarbeiten. Das würde das Aus für die einzig zugelassene, öffentliche Entsorgungsfirma Mac Insular bedeuten.

Mac Insular war im Jahre 2003 vom Inselrat geschaffen worden, um den auf der Insel anfallenden Bauschutt etwa nach Häuserabrissen fach- und umweltgerecht zu entsorgen und wiederzuverwerten. Alle Baufirmen wurden verpflichtet, ihren Bauschutt dort zu beseitigen.

Allerdings umgingen viele Bauunternehmer die Vorgaben. Sie kippten ihre Zement-  und Bauschuttreste in Nacht-und-Nebel-Aktionen in der Landschaft ab. An bestimmten Stellen, etwa am Rande von Industriegebieten, türmen sich regelrechte Trümmerberge auf.

Schuld an dem Debakel sind den Baufirmen zufolge die hohen Entsorgungstarife von Mac Insular.  Für eine Tonne Bauschutt fallen 48 Euro an. Nach den Worten der balearischen Umweltdezernentin Catalina Soler hatte Mac Insular jedoch beim Inselrat die Anhebung der Tarife auf 152 Euro beantragt.

Der Inselrat erhofft sich von der Re-Privatisierung mehr Wettbewerb und dadurch sinkende Entsorgungspreise. Es gebe viele Privatunternehmen mit ehemaligen Steinbrüchen, die den Bauschutt aufnehmen könnten. Der Inselrat würde die umweltgerechte Entsorgung überwachen.

Kommentatoren von "Ultima Hora" sehen in dem Vorhaben des Inselrates enormes Konfliktpotenzial. Umweltschützer würden gegen die Pläne massiv vorgehen. Unvergessen sind die schlechten Erfahrungen mit Steinbrüchen, die mit ungetrenntem Bauschutt (und Abfällen) aufgefüllt wurden, sich unterirdisch entzündeten und jahrelang vor sich hin qualmten. Ein solcher Steinbruch befand sich dicht bei S'Arenal.

Hinzu kommt, dass Mac Insular seit 2003 rund 70 Millionen Euro in seine Entsorgungsanlage beim Müllverbrennungswerk Son Reus investiert hatte, schreibt "Ultima Hora". Hier seien Fragen der Entschädigung zu bewerten.

Im Vorjahr nahm Mac Insular rund 200.000 Tonnen Bauschutt auf. Dem Planspielen zufolge hätten es jedoch 1,1 Millionen Tonnen sein sollen. Auch dieses Missverhältnis habe zu den hohen Entsorgungstarifen geführt.

 

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Karla / Vor über 4 Jahren

Hátte jetzt gern ein paar Fotos dazu gesetzt,denn z.B.in Can Picafort gibt es eine schoene Naturfláche,sind auch Trabrenner unterwegs,wo man fast jeden Tag neue Mùllhaufen bestaunen kann,von Privat,Hotels etc.Eine Zufahrt ist schon provisorisch zu geschùttet,aber die Leute sind doch erfinderisch hier,da gibt es doch noch eine andere Einfahrt:-) Liegt oberhalb der Strasse(parallel) Santa Eulalia