Wieder ein Ex-Tourismusminister verhaftet

Justiz wirft Francesc Buils Korruption vor

410

Der ehemalige Tourismusminister der Balearen und Politiker der Unió Mallorquina (UM), Francesc Buils, ist am Montag wegen der Verdachts der Veruntreuung öffentlicher Gelder verhaftet worden. Buils war 2007 etwa ein Jahr lang Tourismusminister. Nach internen Machtkämpfen innerhalb der bürgerlich-regionalistischen Kleinpartei musste Buils seinen Posten abgeben. Sein Nachfolger wurde der damalige Partei-Chef Miquel Nadal, der sich derzeit ebenfalls vor der Justiz wegen des Verdachts der Korruption verantworten muss.

Gemeinsam mit Buils wurden drei weitere Personen per richterlicher Verfügung verhaftet. Unter ihnen befindet sich Jacinto Farrús, ein bedeutender Medienunternehmer auf der Insel. Farrús ist Eigentümer der lokalen TV-Anstalt "Canal 4" und Konzessionär für die Nachrichtensendungen des Regionelen Fernsehsenders "IB3".

Buils wurde in Zusammenhang mit Ermittlungen zum Fall "Voltor" (Geier) von der Polizei festgesetzt. Der Politiker sagte, er sei nicht bereit, schuldig zu sein, solange er nicht von einem Richter verurteilt worden sei.

Die Justizbehörden hatten bislang 20 Personen verhaftet, von denen viele nur gegen Zahlung von sechsstelligen Kautionen wieder auf freien Fuß gesetzt wurden. Es besteht der Verdacht, dass über öffentliche Unternehmen des Tourismusministeriums staatliche Gelder zur Parteienfinanzierung veruntreut wurden oder gar in die eigenen Taschen flossen.

Die erste Verhaftungswelle im Falle "Voltor" hatte im Februar den Bruch der balearischen Regierungskoalition bewirkt. Der sozialistische Ministerpräsident Francesc Antich hatte nach Bekanntwerden der Polizeiaktionen gegen hohe UM-Politiker seine drei UM-Minister aus der Regierung entlassen.

Die UM wird seit über einem Jahr von einer Serie von Korruptionsskandalen erschüttert. Die Beschuldigungen im Falle "Voltor" waren jedoch die ersten, die die die laufende Legislaturperiode betrafen.

Kommentar

Nutzungsbestimmungen

Rechtlicher Hinweis

» Der Inhalt der Kommentare spiegelt die Meinung der Nutzer wider, nicht die von mallorcamagazin.com

» Es ist nicht erlaubt, Kommentare abzuschicken, die gegen das Gesetz verstoßen oder unangebrachte, beleidigende oder ehrverletzende Inhalte haben.

» mallorcamagazin.com behält es sich vor, unangemessene Kommentare zu löschen.

* Pflichtfelder

Noch kein Kommentar vorhanden.