Air Berlin: „Kein Ausbau zulasten von Mallorca”

Die Fluggesellschaft strukturiert ihr Drehkreuz in Palma neu, um mehr Geschäftsreisende zu gewinnen

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Muss man, wenn man nach Mallorca fliegen will, künftig den Umweg mit Zwischenstopp in Bilbao, Barcelona oder Madrid in Kauf nehmen? Mit dieser Sorge wandten sich Leser an das Mallorca Magazin, und auch in Medienberichten in Deutschland tauchten plötzlich entsprechende Vermutungen auf: „Fliegt Air Berlin demnächst nicht mehr über Palma auf das spanische Festland?”, fragte das Internet-Portal für Geschäftsreisende, business-travel.de.

Dem Bericht zufolge plant Deutschlands zweitgrößte Airline Teile ihres Streckennetzes sowie die Nutzung ihres Drehkreuzes am Flughafen in Palma umzustellen. Was für Unternehmer, Manager und Handelsvertreter gut sei, nämlich zeitlich günstige Direktverbindungen zwischen deutschen und spanischen Wirtschaftsmetropolen, das drohe nun für Mallorca-Urlauber zum Nachteil zu werden. Sie, so spekulierte business-travel, müssten in Zukunft mit länger dauernden Flüge auf die Insel rechnen.

Ein Horrorszenario nicht nur für Urlauber, sondern auch für die vielen deutschen Residenten, die auf Mallorca leben und beruflich nahezu wöchentlich zwischen Deutschland und der Mittelmeerinsel hin- und herpendeln.

Tatsächlich möchte Air Berlin sein Engagement in Spanien mit neuen Direktverbindungen ausweiten und auch sein Drehkreuz am Flughafen Palma in diese Neuausrichtung integrieren. Doch Àlvaro Middelmann, Direktor der Fluggesellschaft für Spanien und Portugal, gab auf MM-Anfrage Entwarnung: „Die Verbindungen Palma-Deutschland bleiben davon absolut unangetastet. Es ändert sich nichts an den direkten Flugverbindungen nach Mallorca.”

Auslöser der Befürchtungen, die bei so manchem Inselresidenten aufkamen, war ein Vortrag des Air-Berlin-Vertriebsdirektors Christoph Debus vor dem Luftfahrtpresseclub in Hamburg. Danach will Air Berlin 2010 vier bis fünf Prozent wachsen und vor allem mehr Geschäftsreisende für sich gewinnen. Diese bevorzugen in der Regel Maschinen am frühen Morgen und am späten Abend. Flog diese Klientel bislang per Air-Berlin-Maschine zu Arbeitstreffen aufs spanische Festland, dann bedeutete für diese Dienstreisenden das Umsteigen am Drehkreuz Palma Zeitverluste.

Um das zu vermeiden, bietet Air Berlin nun zum Sommerflugplan 2010 neue Direktverbindungen nach Spanien. Die Flieger starten sehr früh, landen auf dem Festland und kehren dann nach Zwischenstopp Palma nach Deutschland zurück. Das hat den Vorteil, so Middelmann, dass die Verbindungen Spanien-Palma, also der innerspanische Verkehr, sogar noch zunehme. Darüber hinaus will Air Berlin zusätzliche Direktflüge zwischen Spanien und Italien anbieten. All diese Entwicklungen werden die Funktion des Drehkreuzes in Palma eher noch intensivieren denn schwächen.

Auch Air-Berlin-Sprecherin Alexandra Müller verweist darauf, dass der Ausbau der Verbindungen in Spanien nicht mit einem Abbau des Mallorca-Verkehrs einhergehe. „Das geht nicht zulasten der bestehenden Direktverbindungen Deutschland-Palma.” Ein Vergleich der Sommerflugpläne 2009 und 2010 zeige: Die Zahl der Non-stop-Flüge nach Palma mit rund 320 Verbindungen pro Woche liege stabil auf Vorjahresniveau.

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