Mallorca im Scheinwerferlicht

Medien beobachten Insel mit besonderem Interesse

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Ein Mord hat stattgefunden. Ein Deutscher stirbt. Die mutmaßliche Täterin ist auch Deutsche. Eine schreckliche Tat, aber leider nicht selten. Aber weil sie auf Mallorca begangen wurde, steht sie in ganz Deutschland in der Zeitung. Wäre gleiches in Bottrop passiert, würde sich in Kiel oder München dafür kaum einer interessieren.

Das T-Mobile-Team trainiert auf Mallorca. Dutzende Journalisten sind angereist, um über Ullrich, Zabel und Co. zu berichten. Mallorca zeigt sich dabei von seiner besten Seite: milde Temperaturen, (fast) immer Sonne, die Mandelbäume blühen schon. Noch etwas besser wäre es bei zwei, drei Grad mehr, was einen Kollegen zu der Zeile brachte, Sportdirektor Mario Kummer finde es auf der Insel zu kalt. Stimmt zwar nicht, passt aber zur Geschichte, zwischen einigen Fahrern herrsche eine frostige Atmosphäre.

Mallorca steht immer im Scheinwerferlicht der deutschen Medien. Mit allen Vor– und Nachteilen, die das so mit sich bringt. Geradezu fahrlässig gehen die hiesigen Behörden und Politiker mit dieser Stellung um. Sie tun – praktisch gar nichts. Sie überlassen die Journalisten oft sich selbst, die PR dem Zufall.

Zum Beispiel, als die spanische Zentralregierung in Madrid verkündete, ein Rahmengesetz einführen zu wollen, das den Regionen erlaubt, eine Ökosteuer für Touristen zu erheben. Wenn sie es denn wollen. Und noch ist auch das Rahmengesetz nur Gerede.

Da die Balearen die einzige Region sind, die jemals eine solche Taxe versucht hatten (und damit kläglich eingegangen sind), hieß es in Deutschland, die Ecotasa würde durch die Hintertür wieder eingeführt. O-Ton eines Journalisten, der bei dieser Zeitung anrief: „Haben sie bei euch noch alle am Christbaum?” Ja, haben sie, zumindest insofern, als kein Balearen-Regierer daran denkt, eine solche Taxe zu beschließen, Rahmengesetz hin oder her. Aber kein Mensch hat auch nur einen Gedanken daran verschwendet, das den Medien auch mitzuteilen.

Bevor es auf Mallorca keine organisierte internationale PR– und Presseabteilung gibt, wird sich an der Situation nichts ändern. Mit allen Vor– und Nachteilen.

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