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Trotz Überlastung: Son Dureta eines der besten Krankenhäuser Spaniens / Totalerneuerung ab 2003 / Hohe Akzeptanz in Bevölkerung / High-Tech-Diagnose

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Lange Wartelisten, Streiks, Klagen über die hoffnungslos überlastete Notaufnahme und Patientenproteste bis hin zu Strafanzeigen bestimmen die Berichterstattung der Inselpresse, wenn es um das Krankenhaus Son Dureta geht. Vieles davon ist wahr, genauso viel aber aus seinem Kontext gerissen.

Die staatliche Großklinik, das räumen auch kritische Stimmen ein, gehört aus medizinischer Sicht zum Besten, was das spanische öffentliche Gesundheitssystem zu bieten hat, und braucht einen Vergleich mit den Universitätskrankenhäusern im übrigen Europa nicht zu scheuen.

Vor zwei Jahren wurden in einer unabhängigen Studie 140 direkt oder indirekt für das spanische Gesundheitsystem tätige Kliniken untersucht. Son Dureta schnitt dabei als eines der vier besten Krankenhäuser seiner Klasse ab. Die Sterbequote in der mallorquiner Klinik liegt gemäß der Erhebung um 19 Prozent unter dem Durchschnittswert. Komplikationen treten um 2'6 Prozent seltener auf als bei vergleichbaren Einrichtungen.

„Für mich ist Son Dureta medizinisch gesehen das allerbeste Krankenhaus auf der Insel. Alle Fachrichtungen sind dort vertreten, die Ärzte auf allen hierarchischen Ebenen kompetent. Ich würde jeden meiner Patienten ohne den geringsten Zweifel ins Son Dureta überweisen”, da ist sich der seit vielen Jahren in Palma praktizierende Allgemeinmediziner und Chirurg Dr. Dieter Uckermann sicher. Die Ärzte, so Uckermann, sind beim Staat angestellt und arbeiten somit ohne kommerziellen Druck. An Material werde nicht gespart, modernste Schnelldiagnosesysteme stehen zur Verfügung. Klar sei aber auch, dass Son Dureta ein Massenbetrieb ist. Das heißt: Apparatemedizin und Bürokratie.

Von der fachlichen Kompetenz seiner Kollegen ist auch der über Spaniens Grenzen hinaus bekannte Herzchirurg, Oriol Bonnín Gubianas, überzeugt, der in Son Dureta das neue Herzzentrum aufbauen wird. Nach über zehnjähriger Arbeit in der Privatklinik Miramar wechselte der Spezialist diesen August zu dem Universitätskrankenhaus. „Für mich ist Son Dureta eine der besten Kliniken Spaniens, und ich bin wahrlich nicht gekommen, um den Kollegen etwas beizubringen, sondern um mit ihnen zusammenzuarbeiten”, erklärte der Herzchirurg nach seiner Einführung.

Am 16. November 1955 wurde Son Dureta offiziell eröffnet. Bereits damals galt die Klinik als Referenzkrankenhaus für die Balearen. Seitdem wurde beständig vergrößert und verbessert, wurden neue Fachrichtungen integriert. Vor erst einem halben Jahr nahm das Organtransplantationszentrum seinen Betrieb auf.

Son Dureta ist zahlenmäßig ein Krankenhaus der Superlative. Es ist mit 3400 Beschäftigten, darunter 400 Ärzten, der größte Arbeitgeber der Balearen. In den 14 Operationssälen werden pro Jahr 20.000 chirurgische Eingriffe vorgenommen. 140.000 Menschen konsultierten im vergangenen Jahr die Notaufnahme, 500.000 suchten insgesamt ärztlichen Rat. 900 Betten stehen für die jährlich 32.000 Eiweisungen bereit. Die Patienten werden in Zweiund Dreibett-Zimmern untergebracht, alle verfügen über Bad, Fernseher und Telefon. Viele haben Meerblick.

Wenn auf Mallorca das Wort Krankenhaus benutzt wird, ist üblicherweise Son Dureta gemeint. Keine medizinische Einrichtung hat einen größeren Bekanntheitsgrad, keine mehr Zulauf. Die hohe Akzeptanz und das Vertrauen der Bevölkerung schmeichelt der Einrichtung im gleichen Maße, wie es sie vor ein gewaltiges Problem stellt. „Jeder, der über Beschwerden klagt, geht in die Notaufnahme von Son Dureta, dies kann zu Engpässen und Wartezeiten führen”, räumt Klinikdirektor Luis Carretero ein.

„Die meisten Beschwerden könnten auch vom jeweiligen Gesundheitszentrum und deren Notdiensten kuriert werden.” Dennoch werde, so Carretero, niemand abgewiesen. Wartezeiten bei akuten oder gar lebensbedrohenden Verletzungen und Krankheiten gebe es keine, weder in der Notaufnahme noch im übrigen Krankenhaus, da ist sich Carretero sicher. Wartelisten bestünden ausschließlich in Bereichen, wo keine raschen Eingriffe notwendig seien.

Von der Eröffnung der zweiten Großklinik im Raum Palma vor knapp einem Jahr erhofft sich Son Dureta mittelfristig eine spürbare Entlastung, vor allem in der Notaufnahme. „Son Llàtzer hat noch nicht den Bekanntheitsgrad, aber das wird sich bald ändern”, davon ist Carretero überzeugt. Bis zum Jahr 2006, so schätzt das Gesundheitsministerium, wird Son Llàtzer der alten Klinik rund ein Drittel der Patienten abgenommen haben. akuten oder gar lebensbedrohenden Verletzungen und Krankheiten gebe es keine, weder in der Notaufnahme noch im übrigen Krankenhaus, da ist sich Carretero sicher. Wartelisten bestünden ausschließlich in Bereichen, wo keine raschen Eingriffe notwendig seien.

Von der Eröffnung der zweiten Großklinik im Raum Palma vor knapp einem Jahr erhofft sich Son Dureta mittelfristig eine spürbare Entlastung, vor allem in der Notaufnahme. „Son Llàtzer hat noch nicht den Bekanntheitsgrad, aber das wird sich bald ändern”, davon ist Carretero überzeugt. Bis zum Jahr 2006, so schätzt das Gesundheitsministerium, wird Son Llàtzer der alten Klinik rund ein Drittel der Patienten abgenommen haben.

Die Bausubstanz von Son Dureta ist marode. Allein in diesem Jahr wurden 28 Millionen Euro für die dringendsten Renovierungsarbeiten investiert. Ab dem kommenden Frühjahr soll Son Dureta völlig umgebaut und modernisiert werden. „Kein Stein wird auf dem anderen bleiben” so Direktor Carretero.

Bis zum Jahr 2009 soll ein völlig neues Krankenhaus entstehen. 126 Millionen Euro stehen dafür bereit. Die Uniklinik wird hinsichtlich der Bettenzahl auf 780 abspecken, dafür kommen neue OPs hinzu. „Die moderne Medizintechnik”, so Carretero, „führt zu immer kürzeren Krankenhausaufenthalten.” Deshalb wolle man hauptsächlich den ambulanten Bereich erweitern. Außerdem wird es nur noch Einzel- und Doppelzimmer geben. 93 Prozent davon mit Meerblick.

Dem vom balearischen Gesundheitsministerium erwünschten verstärkten Gebrauch der katalanischen Sprache im Gesundheitswesen sieht der 38-jährige Son-Dureta-Direktor mit seinem andalusischen Optimismus gelassen entgegen. „Jeder soll die Möglichkeit haben, sich in seiner eigenen Sprache auszudrücken.” Für einen Spanier sei das Mallorquín auch nicht ganz so schwer zu verstehen. Viele im medizinischen Bereich benötigte Vokabeln ähnelten sich ohnehin sehr.

Für Patienten, die weder Spanisch noch Katalanisch sprechen, stehen in Son Dureta vier wortgewandte Sozialarbeiter bereit, die alle europäischen Sprachen abdecken. Jeder von ihnen spricht mindestens Deutsch und Englisch.

Gesa Faber arbeitet seit über einem Jahr in der Abteilung „Atención al Cliente”. 850mal wurden sie und ihre Kollegen in diesem Jahr allein in der Notaufnahme angefordert. 1800 stationäre Patienten haben sie darüber hinaus sprachlich betreut. „Erstmal haben die Patienten Angst, weil sie krank sind. Dann ist ihnen alles fremd, und sie können sich nicht verständlich machen. Da kommt mancher schnell in Panik”, weiß Faber aus Erfahrung zu berichten. „Aber wir finden dann meist die beruhigenden Worte.”

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