50 Jahre Kunst im Solleric

Überblick über die Kunstszene

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Im ersten Saal grüßt eine steife Dame in Bronze: Die Skulptur „Reina Mariana” von Manuel Valdés ist durch das berühmte Gemälde „La Meninas” von Velàzquez angeregt und eine moderne Persiflage auf das historische Spanien, in dem es hieß, die Königin habe keine Beine.

Die Auswahl neuer Kunst in Spanien, die zurzeit im Casal Solleric in Palma zu sehen ist, zeigt ein modernes Land. Ein Land, in dem man kein Blatt vor den Mund zu nehmen braucht, in dem man auf Konfrontation setzt, in dem politische Auseinandersetzungen an der Tagesordnung sind. Zumindest in der Kunst, denn die Ausstellung „Cinquanta Anys d'artistes i poetes – Von Antoni Tàpies bis Miquel Barceló” vereinigt auch Arbeiten, die noch während des Franco–Regimes entstanden.

Wie überhaupt in Spanien die Bildende Kunst auch während der Diktatur blühte. Was so verwunderlich nicht ist: Bilder, Skulpturen, Grafiken können von Zensoren längst nicht so gut überwacht werden wie das geschriebene oder gesprochene Wort.

Die Ausstellung bietet wirklich einen Überblick über die Kunstszene Spaniens in den vergangenen 50 Jahren. Vertreten sind 41 Künstler, vornehmlich Maler, aber auch einige Bildhauer, mit insgesamt 80 Arbeiten. Die ältesten Werke wie etwa eine Skulptur von Nestor Basterretxea, Gouachen von Eusebio Sempere oder zwei Bilder von Joana Frances stammen aus den 60er und 70er Jahren. Fast alle anderen entstanden in den 80er und 90er Jahren bis hin zu den flächendeckenden Tryptichen von Jordi Teixidor aus dem Jahr 2000.

Unter den Künstlern gibt es solche, die in der internationalen Kunstszene schon zu „Klassikern” geworden sind wie Antoni Tàpies oder Manuel Mompó, andere sind der Avantgarde zuzurechnen, wie José Mría Sicília, Jaume Plensa oder Perejaume. Der englische Künstler Jim Bird ist der einzige Nichtspanier; er lebte allerdings viele Jahre auf Mallorca. Die beiden gezeigten Bilder des mallorquinischen Künstlerstars Miquel Barceló stammen aus den 80er Jahren; weitere Mallorquiner sind Ferran García Sevilla, Amador und Guillem Nadal.

„Von Antoni Tàpies bis Miquel Barceló – 50 Jahre Spanische Malerei”, Casal Solleric, Palma, Passeig del Born 27. Von Dienstag bis Samstag von 10.30 bis 13.45 und von 17.30 bis 21 Uhr, sonntags nur am Vormittag.

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