Chance für Jugend

Ein Plädoyer für die Städtepartnerschaft / VON BERND JOGALLA

Hoffentlich kommt sie zustande, die Städtepartnerschaft zwischen Palma und Düsseldorf. Ein solches Bündnis der Kommunen ist nämlich überfällig.

Klar ist, dass die Unterzeichnung von Partnerschaftsurkunden alleine noch nichts bewirkt. Es müssen Menschen gefunden werden, die sie mit Leben füllen. Wenn das gelingt, könnten die Bürger der beiden Landeshauptstädte wirklichen Nutzen daraus ziehen.

Vor allem die in Palma beziehungsweise auf ganz Mallorca. Denn es ist doch auffällig, dass man auf der Insel kaum von der kulturellen Vielfalt profitiert, die das Gemisch der Nationalitäten eigentlich mit sich bringt. Gut, die Fremden haben die Weihnachtsbäume und die deutsche Wurst gebracht, aber wirklich kennengelernt hat sie kaum jemand. Auch unter der Jugend gibt es viel zu wenig Austausch. Wir haben auf Mallorca zwar deutsche, schwedische und sonstige „internationale” Schulen, aber keine bedeutende europäische, in der mallorquinische und ausländische Kinder wirklich zusammengebracht werden, um voneinander zu lernen.

Städtepartnerschaften in Deutschland funktionieren in der Regel auf Vereins- und auf Schulebene. Vor allem letzteres wäre also eine Chance für ein besseres Verständnis zwischen Deutschen und Mallorquinern in der Zukunft. Wer einen Freund in Deutschland hat, wird auch den Deutschen auf Mallorca anders begegnen. So manche Ausländerdiskussion würde sich erübrigen. Ganz abgesehen davon, dass viele Eltern hierzulande ein reges Interesse daran haben, dass ihre Kinder Deutsch lernen. Man weiß um die Bedeutung der Fremdsprache in der alles dominierenden Tourismusindustrie, die viel wirtschaftlichen, aber wenig kulturellen Reichtum gebracht hat.

Düsseldorf wäre eine gute Wahl, nicht zuletzt deshalb, weil die Rhein-Metropole die meisten Flugverbindungen zwischen Deutschland und Mallorca hat – und auch sonst so einige Gemeinsamkeiten festzustellen sind. Und wenn die Achse Palma–Düsseldorf mal funktioniert, wer weiß, vielleicht folgen andere Mallorca-Gemeinden diesem Beispiel.

Es wäre eine erste gute Tat, wenn der neue deutsch-mallorquinische Verein Motor der Partnerschaft würde. Es ist an der Zeit, dass die Alemanes auf Mallorca nicht nur als Kunden betrachtet werden.

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