Der Wein der Woche

In der Nase gibt er sich harzig

Sie ist eine klassiche Bordeaux-Rebe, die nur wenigen bekannt ist: Petit Verdot. Es handelt sich dabei um eine rote Traube, die sehr spät reift, eine dicke, fleischige Schale besitzt und bemerkenswert resistent gegen Pilzbefall ist. Die ausgeprägten Tannine tragen dazu bei, dass sehr langlebige Rotweine entstehen.

Trotz all dieser positiven Eigenschaften wurde ihr Anbau seit den 50ern Jahren des vergangenen Jahrhunderts zu Gunsten anderer Rebsorten stark vernachlässigt. Heute werden in Frankreich nur rund 400 Hektar mit der Petit-Verdot-Traube angebaut, in anderen Weingebieten trifft man sie ebenfalls kaum an. In Spanien hat sich die Bodega Marqués de Griñon dieser seltenen Traube angenommen.

Das Weingut ist einerseits bekannt für seine in der Rioja produzierten guten Qualitätsweine, die teilweise in alle Welt exportiert werden. Anderseits, und das ist weniger bekannt, besitzt Marqués de Griñon in der nordwestlichen Castilla La Mancha, nahe Toledo, Weinberge, auf denen Rebsorten Petit Verdot und Syrah angepflanzt sind.

Der Dominio de Valdepusa / Petit Verdot '99 ist ein durch und durch außergewöhnlicher Spitzenwein, von namhaften Weinführern in einer der höchsten Kategorien eingestuft. In der Nase gibt er sich harzig, duftet nach Geröstetem und Kaminholz. Man schmeckt Marmelade und Balsamico. Durch die fehlende Flaschenreife wirken die Tannine noch etwas ungeschliffen. Dies kann man durch ein frühes Öffnen vor dem Verzehr mindern. Alles in allem ist der Dominio de Valdepusa / Petit Verdot '99, dessen Preis bei etwa 4900 Pesetas liegt, ein großartiger Rotwein mit langem Leben und Lagerfähigkeit.

Der Autor Norbert Deingruber ist Inhaber der Weinhandlung Casa del Vino in Manacor.

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