Kuba, Kubismus und Krieg

Wifredo Lam – Abstraktion und Surrealismus

Am Samstag, den 10. November, beginnt im Auditorium Sa Màniga in Cala Millor eine Ausstellung mit Arbeiten des kubanischen Künstlers Wifredo Lam. Es handelt sich um Zeichnungen, die in den Jahren 1949 bis 1958 in Paris, New York und Havanna entstanden.

Wifredo Lam wurde 1902 in Kuba geboren. Schon als sehr junger Mann kam er nach Spanien. Was eigentlich nur als Durchreise geplant war, währte 14 Jahre. Sein Biograf Max-Pol Fouchet schreibt dazu: „In Wirklichkeit träumte er davon, nach Frankreich zu gehen. Aber es hielten ihn viele Dinge zurück: die Sprache, das Prado–Museum, die Bilder von El Bosco und Breughel, das Archäologische Museum.”

In Madrid erkannte Wifredo Lam die engen Verbindungen zwischen der damaligen modernen Kunst, dem Kubismus einerseits sowie der primitiver afrikanischer Kunst andererseits, die er im Hause seiner schwarzen Amme kennengelernt hatte.

Lam heiratete eine Frau aus der Extremadura und verteidigte Madrid während des spanischen Bürgerkrieges auf Seiten der Republikaner. 1938 verließ er aus politischen Gründen das Land und ging nach Frankreich. Hier lernte er unter anderem Pablo Picasso – die beiden Maler sollten später zusammen in New York ausstellen – und den Surrealisten André Breton kennen. Zwischen den Künstlern entwickelte sich eine enge Freundschaft.

Als Paris von den Deutschen besetzt wurde, entschloss sich Lam, nach Kuba zurückzukehren. Die Reise sollte sieben Monate dauern. Mit ihm flohen Hunderte von deutschen und französischen Intellektuellen.

In dieser Zeit begann seine fruchtbarste Schaffensperiode. Beeindruckt vom tropischen Licht seiner Heimat, von den intensiven Farben, entwickelte der Künstler seine eigene Formen– und Farbsprache, angelehnt an Abstraktion und Surrealismus.

Die Ausstellung über Wifred Lam, der 1982 starb, wurde von der Kulturstiftung der Sparkasse Sa Nostra organisiert. Die Arbeiten stammen aus dem Nationalmuseum in Havanna. Zeichnungen von Wifredo Lam im Auditorium Màniga, Cala Millor. Geöffnet bis zum 5. Januar von Dienstag bis Samstag von 18 bis 21 Uhr.

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