Deutsche Residenten sind treue Fans von Real Mallorca

„Schalke kommt nicht mal in die Nähe unseres Strafraums.”

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Ein Tripp von der Sonneninsel nach Gelsenkirchen? Nicht vielen Anhängern des Real Mallorca schien dies reizvoll. Gerade einmal 300 Karten gingen im Vorfeld der Champions League-Partie an die Real-Fans, von denen die meisten auch noch an in Deutschland leben. Aber ausgerechnet eine Gruppe von 15 Deutschen, die auf der Insel ihre Heimat haben, setzte sich am Dienstag in den Flieger, um Mittwochabend mit ihrer Mannschaft in der Arena „Auf Schalke” zu fiebern.

Kein fester Fan-Club, nur eine Gruppe von über die ganze Insel verteilten Fußballfreunden. „Wir versuchen, bei jedem Spiel dabei zu sein. Mindestens sind wir sieben Leute”, erzählt Bernhard Cordes, der sich in Capdellà als Bauunternehmer niedergelassen hat.

Auch bei den UEFA-Cup-Begegnungen der vergangenen Saison war man selbstverständlich mit von der Partie. Früher gehörte ihr Herz dem deutschen Fußball, heute schwärmen sie einhellig vom spanischen Ballzauber, loben Spielwitz und Natürlichkeit der Kicker. „Anfangs war ich noch etwas hin– und hergerissen, aber das ist vorbei. In Spanien kriegt man noch richtig was geboten. In Deutschland können die meisten Spieler vor Geld nicht mehr laufen”, sagt Cordes, der früher zum HSV stand. Damit pflichtet er RCD-Trainer Bernd Krauss bei, der vor der Partie Deutschlands Fußballer als „Wohlstandskicker” bezeichnete.

Und Schalke? Nein, Schalke-Fan war früher niemand. Aber ausgerechnet der Spanier Ramon Guirao, der mit dem Kreis eng befreundet ist, kennt die königsblaue Euphorie. Er lebte bis Mitte der 80er Jahre im Ruhrgebiet. „Das waren zwar nicht Schalkes beste Jahre, aber da waren ein paar tolle Spiele dabei. Aber Schalke-Fan war ich nie. Ich liebe nur den Fußball”, sagt er.

Die gemeinsame Liebe zu diesem Sport schweißt ihn mit den Deutschen zusammen. Fußball vereint die Völker: „Durch die Verbindung zum Fußball haben wir natürlich auch besseren Kontakt zu den Mallorquinern. Dass wir nur Gäste auf der Insel sind, vergessen wir, wenn das Thema ,Fußball' heißt. Dann fühlen wir uns integriert”, erzählt Schmitz.

So klein das Häuflein, umso größer der Optimismus vor dem Anpfiff. Schon Dienstagabend hatten sie sich in der Düsseldorfer Altstadt auf die Partie eingestimmt. Auch die neue Arena „Auf Schalke” konnte ihre Zuversicht nicht beeinträchtigten. Beeindruckt sind sie von dem Prachtbau indes alle. „Das sieht schon von außen bombastisch aus”, findet Cordes. Aber auf das Spiel von Mallorca habe dies keinen Einfluss, meinten sie überzeugt. Während der Bauunternehmer noch auf einen leicht verhaltenen 1:0-Sieg für Mallorca tippte, korrigierte ihn Ewald Hungeling sofort, fiel ihm ins Wort: „0:4! Schalke kommt noch nicht einmal in die Nähe unseres Strafraums.”

Die Hoffnung sollte nicht getrübt werden, Cordes triumphierte schließlich: „Was habe ich gesagt. Mein Tipp”, jubelte er. Nicht nur er war glücklich. Den 1:0-Sieg begossen sie kräftig in einer langen Nacht: Zunächst noch in der Arena „Auf Schalke”. Dann am Düsseldorfer Flughafen, wohin sich die Truppe nach Mitternacht mit dem Taxi direkt aufmachte. Denn um sechs am Morgen startete bereits der Flieger zurück.

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