Keine VIP-Krise

Endlich mal gute Nachrichten von Mallorca / VON BERND JOGALLA

Sie heißen „Gente” oder „Corazón, corazón”, und es geht in ihnen, wie die beiden Beispiele schon sagen, um Leute und viel Herzschmerz. Kein Fernseh-Kanal in Spanien kommt ohne diese täglichen Promi- und Klatschsendungen aus, sie sind Quotenhits. In den vergangenen Sommerwochen spielte nicht selten die Hälfte der Geschichten auf Mallorca bzw. den Balearen. Es gab ja auch reichlich zu berichten.

Noch ist nicht klar, ob das Krisengerede im Tourismus überhaupt Berechtigung hat, sicher ist aber: Bei den Prominenten dieser Welt hat Mallorca nichts von seiner Anziehungskraft verloren. Im Gegenteil, die Fangemeinde wird immer größer.

Dass der spanische König hier urlaubt und Boris Becker oder Claudia Schiffer nach dem Stand der Arbeiten an ihren „Häuschen” sehen, nimmt man ja schon als selbstverständlich hin. Aber Michael Douglas hält der Insel auch mit der neuen Frau die Treue, Peter Ustinov kehrt selbst im hohen Alter wieder nach Formentor zurück, Antonio Banderas, Melanie Griffith (und, und, und...) stoßen neu hinzu.

Über deutsche Prominenz wurde in Alemania (und MM) ausgiebig berichtet, noch viel zahlreicher sind jedoch die „famosos” aus Spanien. Ana Obregon, Norma Duvall & Co. sind, obwohl international Unbekannte, hierzulande immer eine Schlagzeile wert.

Nein, so schlecht wie die Insel in den letzten Monaten häufig gemacht wurde, kann sie wirklich nicht sein. Denn viele dieser VIPs zieht es schließlich nicht aus Geldnot nach Mallorca; sie können sich die besten Plätze dieser Welt leisten – und haben, im Gegensatz zu Otto Normalurlauber, auch viele davon gesehen. Mallorca muss zu diesen schönsten Pläzen gehören, warum sonst sollte zum Beispiel ein Michael Douglas die Mühsal einer derart lagen Anreise in Kauf nehmen. Hawaii und anderes liegen für den US-Amerikaner doch viel näher.

Die Prominenten sind für Mallorca und seine Bewohner Gold wert. Die Sendezeiten oder die Seiten, die den Gästen in den Medien gewidmet werden, wären gar nicht zu bezahlen. Seltsam nur, dass das von offizieller Seite kaum Beachtung findet, treue VIP-Gäste so gut wie nie geehrt werden. Die Balearen-Politiker setzten auch in dieser Sommerpause lieber ihren Zwist über die Baustopps fort. Will heißen: Sie produzierten weitere schlechte Nachrichten.

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