Das ideale Versteck für eine Leiche

„Tod im Talayot” von Ex-Polizist Heinrich J. Prinz

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T od im Talayot” heißt ein neuer Mallorca-Krimi, der aus der Feder des Münchner Autoren Heinrich J. Prinz stammt. Protagonist ist Kriminalhauptkommissar Bert Bauriegl, der mit seiner Freundin Evi Urlaub in Sa Coma macht. Das Paar will endlich mal Zeit für sich haben, vor allem Reitausflüge in die Punta de n'Amer stehen auf dem Programm. Doch die Ruhe währt nicht lange. Bauriegl wird sein Interesse an prähistorischen Siedlungen zum Verhängnis.

In der Talayot-Siedlung Capocorb Vell klettert er in einen mehr als 3000 Jahre alten Steinturm hinein – und findet dort eine mumifizierte Leiche. Es handelt sich um eine Münchnerin, die seit dem Herbst des Vorjahres vermisst wurde. Zusammen mit Carlos Tassara von der Guardia Civil untersucht Bauriegl nun den Fall, Evi ist natürlich nicht begeistert. Als die Kollegen des Polizisten in München einen Verdächtigen verhaften, muss er die Ferien sogar abbrechen, kehrt aber später in dienstlicher Mission auf die Insel zurück.

Autor Heinrich J. Prinz, Jahrgang 1932, ist pensionierter Kriminalbeamter, der seine Erfahrungen seit dem Ausscheiden aus dem Polizeidienst in Krimis einfließen lässt. ,,Tod im Talayot” ist sein viertes Buch, das erste, das auf Mallorca spielt. „Als meine Frau und ich im September '99, wie schon so oft, Urlaub in Sa Coma machten, las ich im Mallorca Magazin von dem Schicksal der 28-jährigen Mallorquinerin Maria del Carmen del Salto aus Portocristo. Diese Geschichte berührte mich tief”, erinnert sich Prinz. Die junge Frau war verschollen, Monate später fand man ihre Leiche. Ein Hamburger wurde inzwischen als Mörder verurteilt. „Mir ließ das keine Ruhe”, so Heinrich Prinz. Fortan überlegte er im Urlaub, wo man eine Leiche verschwinden lassen könnte. ,,In der prähistorischen Talayotsiedlung Capocorb Vell an der Südküste fand ich einen solchen Ort. Die Ehefrau mahnte noch ,,Kriech mir da ja nicht rein”, als Prinz vor einem alten Turm stand. ,,Aber ich hatte bereits eine kleine Taschenlampe eingesteckt und war nicht zu halten. Und wahrhaftig: Wer immer sich eines Opfers seiner krankhaften Triebe oder einer missliebigen Gefährtin dauerhaft entledigen wollte – hier war der ideale Ort dazu.” Es folgte weitere Recherche, schließlich sollten die deutsch-spanischen Ermittlungen möglichst originalgetreu erzählt werden. Also suchte Prinz das Hauptquartier der Guardia Civil auf. „Ich traf einen Beamten, der perfekt Deutsch sprach und sich noch dazu als Angehöriger der für Gewaltdelikte wie Mord zuständigen Grupo Delitos contra Personas entpuppte. Mit Erlaubnis seiner Vorgesetzten erzählte er mir, was ich wissen musste, um in meinem Krimi die Tätigkeit auch der spanischen Polizei authentisch schildern zu können.” Aufgefallen ist Prinz ein Unterschied: „Anders als bei uns erhalten die spanischen Kollegen ihre Weisungen vom mit dem jeweiligen Fall befassten Richter.” In Deutschland dagegen entscheiden die Kriminalbeamten selbst, Staatsanwaltschaft und Gericht bekommen dann die Ergebnisse vorgelegt. j „Tod im Talayot”, Mallorca-Krimi von Heinrich J. Prinz, erschienen im Verlag der Criminale, 172 Seiten, 24'90 Mark, ISBN 3-935284-72-1

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