Summertime ist Partytime: Profis helfen, damit es keine Pleite wird

Hochsaison für Feste im Freien: ,,Alles ist machbar” – und eine Frage des Preises

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Let's party! Die lauen Sommernächte Mallorcas schreien förmlich nach feucht-fröhlichen Feten unter freiem Himmel. Gründe zum Feiern – wenn man sie denn überhaupt braucht – bieten sich schließlich genug. Geburtstage, Hochzeiten, Hochzeitstage, die Einweihung der neuen Finca, Vernissagen, Geschäftseröffnungen... Aber nichts Schlimmeres als eine Party, bei der Essen und Getränke ausgehen, die Band mies, der Gastgeber gestresst ist.

Ab einer bestimmten Größe empfehlen sich die Dienste von Profis, damit die Party keine Pleite wird. Sie sorgen – im besten Fall – dafür, dass von den Einladungskarten bis zum Abwasch alles wie am Schnürchen klappt. Billig ist diese Art des Feierns allerdings nicht.

,,Gut zu sein, ist schwierig in dieser Branche”, sagt Felipe Heuser, der vor 17 Jahren ,,Gloria”, eine der ersten Party-Service-Firmen auf Mallorca, gründete. Mittlerweile ist seine Firma auf einen Stamm von sechs bis acht festen Mitarbeitern angewachsen. Und aus seinem Lager kann er Party-Equipment für bis zu 3000 Personen zaubern. Stühle, Tische, Teller, Gläser, Zelte, Kerzenleuchter, Oldtimer, Antiquitäten: ,,Wir können eine leere Finca komplett einrichten.” Nur Tiger und Elephanten habe er noch nicht im Programm.

,,Ein Fest zu organisieren, ist harte Arbeit. Du musst an jedes kleine Detail denken”, sagt Felipe Heuer. Alles sei machbar – und eine Frage des Preises. Für einen kompletten Partyservice für 55 bis 80 Personen müsse man mit 15.000 bis 20.000 Pesetas pro Person rechnen, die Kosten für eine Live-Band nicht mitgerechnet. ,,Im vergangenen Jahr habe ich eine Party organisiert, die 80.000 Pesetas pro Person gekostet hat.” Jedes Jahr springen neue Firmen auf diesen einträglichen Zug. Erst ein paar Monate im Geschäft ist etwa die Firma Bon Dinar. ,,Es gibt noch eine Lücke, und die wollen wir füllen”, sagt Geschäftsführerin Rosa Eixeres, die früher im Arabella Sheraton Golf Hotels Events organisiert hat. ,,Wir wollten die Firma ganz langsam aufbauen, aber dann ging alles ganz rasch.” Bon Dinar bietet einen Komplett-Service an und hat mit Alexander Wittig einen Küchenchef gewonnen, der früher beim Party-Service ,,La Concha” Erfahrung in der Catering-Abteilung gesammelt hat. Wie in jeder Branche gebe es auch in dieser schwarze Schafe unter den Anbietern – die allerdings erfahrungsgemäß nicht lange überleben, da Mund-zu-Mund-Propaganda zufriedener Gäste die beste Werbung ist. Einen ordentlichen Anbieter erkenne man an einer guten Beratung. ,,Preise vergleichen und einen Kostenvoranschlag einholen”, rät er.

Für 12.000 bis 15.000 Pesetas pro Person lasse sich schon ein schönes Fest organisieren, sagt Rosa Eixeres. Eine Party mit 25 bis 60 Gästen hält sie für ideal, weil sich das Fest in dieser Größenordnung noch nicht so sehr in kleine Grüppchen aufteilt. Ausgerüstet sei die Firma allerdings für bis zu 500 Personen.

Partys, hat Rosa Eixeres festgestellt, unterliegen Modetrends. In diesem Sommer seien Gartenfeten im Abacanto-Stil schwer ,,in”. Die gute, alte Blumendekoration habe – außer bei Hochzeiten – eher ausgedient.

Auf Hochzeiten spezialisiert sind Jutta Birfelder und Katja Schleth von der Firma Mallorca Hochzeiten. Aufgrund der Nachfrage haben sie ihr Angebot allerdings erweitert und organisieren jetzt auch ,,Mallorca Fiestas” mit einem Komplettservice von A bis Z. ,,Jede Art der Festgestaltung ist machbar”, sagt Jutta Birfelder, ,,vom edlen Menü in einem mallorquinischen Landhaus oder auf einer Yacht bis hin zum Home-Cooking.” Sie arbeitet mit mehreren Catering-Firmen zusammen, die von rustikal bis exklusiv das passende Essen beisteuern.

Feste für bis zu 120 Personen kann der Party-Service ,,La Concha” selbst ausrüsten. ,,Wenn es mehr Leute sind, leihen wir uns Ausrüstung dazu”, erklärt Chefin Angelika Bartel. Das Essen komt bei ihr aus der Küche ihres Restaurants ,,Rendevouz” in Peguera, genauso wie das Service-Personal. Bei großen Partys werden Mitarbeiter angeheuert, die von speziellen Firmen ,,vermietet” werden. Wie auch die anderen Dienstleister bezieht sie viele der Musiker aus den Reihen der Künstler des ,,Son Amar”. Einer der Stars der Privatfeten ist Alleinunterhalter Mike Pidone, der für einen Zwei-Stunden-Auftritt satte 4000 Mark verlange. Natürlich geht es auch günstiger, etwa mit einem Piano-Spieler für die Hintergrundmusik beim Essen, nach oben sind keine Grenzen gesetzt.

Bei ,,La Concha” hat auch Michael Reljic gearbeitet, bevor er sich mit seinem Catering-Service ,,Ichi-Ban” und seit neuestem auch als Pächter des Restaurants im Anchorage Club in Illetas selbständig gemacht hat. ,,In der Regel suchen die Frauen das Essen für die Party aus. Die haben ein Gespür dafür.” Als ,,Personal-Cook” hat sich Susanne Petermann vor kurzem selbständig gemacht. Die ehemalige Gastronomin (,,Falscher Hase” in Berlin) hat zwar auch schon Vernissagen für über 1000 Menschen gecatert, wie zum Beispiel das Sommerfest bei Künstler Johannes, am liebsten kocht sie aber für kleinere Tischrunden ,,bei den Leuten zu Hause oder auch auf Yachten”. Im Service inbegriffen ist nicht nur das Kochen und der Service, sondern auch das Einkaufen und Aufräumen nach dem Essen. Der Preis hängt von der Zusammenstellung des Menüs ab.

Dass er in das Catering-Geschäft einsteigen würde, hätte sich Rainer Fichel nicht träumen lassen, als er vor dreieinhalb Jahren das Viena in Cas Concos eröffnete. Doch nachdem sein Restaurant in null Komma nichts zum ,,In-Lokal” avanciert war, stellten sich auch bald andere Anfragen ein. Im vergangenen Jahr übernahm Fichel das Catering für die Produktion der Mallorca-Soap: ,,Wir lieferten täglich 60 bis 100 Essen ab und haben dabei eine Menge Erfahrung gesammelt.” In der Film- und Foto-Branche sprach sich der Service herum, und auch immer mehr Privatleute wollen sich ihre Feten von Fichel organisieren lassen. Die prominentesten Kunden der Catering-Abteilung des Viena dürften Boris Becker und Sting gewesen sein. Becker ließ sich bei Foto-Aufnahmen für einen Werbespot ein Schnitzel kommen, für dessen Zubereitung Fichel bekannt ist. Sting wurde nach dem Konzert in der Stierkampfarena auf einer Yacht bewirtet.

Wer auf steife Atmosphäre mit livrierten Kellnern Wert legt, ist bei Rainer Fichel nicht richtig. Seine Leute seinen zwar ,,top”, aber das seien sie auch im T-Shirt. Überhaupt, Versuche, sich mit exklusiven Speisen wie Hummer und Kaviar bei seinen Gästen ins rechte Licht zu rücken, hält der Viena-Chef für ,,erbärmlich”. In der Regel wollen seine Kunden eher ,,das Einfache”, um die Atmosphäre aufzulockern.

Partyservice und Catering hin oder her – für das Gelingen einer Party ist letztlich eben doch der Gastgeber verantwortlich. Mit den richtigen Gästen wird jede Feier zum rauschenden Fest.

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