Der Beginn der Baumfällarbeiten in Sóller führt unter den Einwohnern zu Streit. Während die Motorsägen sich durch das Holz fressen, wird aufgeregt diskutiert, ob die Bäume nicht hätten irgendwie gerettet werden können. Einig sind sich alle darüber, dass mit dem Verschwinden der ein Jahrhundert alten Platanen der Charakter des zentralen Rathausplatzes sich deutlich verändert.
Vergangene Woche war bekannt geworden, dass zehn der 14 betagten Platanen gefällt werden müssen, um eine Gefährdung der Passanten etwa durch herabfallende Äste zu vermeiden. Als Ursache der Baumschäden nannte das Rathaus eine vor Jahren falsch installierte Weihnachtsbeleuchtung, die an den Bäumen zu schweren Verbrennungen geführt und sie krank gemacht hatte.
Am Montag verfolgte Bürgermeister Carlos Simarro die Arbeiten vor seinem Amtssitz mit eigenen Augen. Im Laufe der Woche sollen drei Bäume gefällt werden, bei zehn weiteren solle vorerst nur der Stamm stehen bleiben, schreibt die spanische Tageszeitun "Ultima Hora"
"Mir selbst tut es im Herzen weh, dass die Bäume gefällt werden müssen", sagte der Alkalde gegenüber MM. Seit drei Jahren sei der Gesundheitszustand der Platanen von Experten kontrolliert worden. Es seien sogar Fachleut aus Katalonien angefordert worden.
Simarro verwies darauf, dass das Rathaus versuchen werde, Ersatz für die Bäume zu beschaffen. Angedacht sei ein Ideenwettbewerb, gemeinsam mit den Bürgern. Eine Möglichkeit sei, die Platanan durch jüngere Exemplare derselben Baumart zu ersetzen. Diese Bäume hätten dann schon eine Höhe von bis zu zehn Metern. Allerdings stünden die Kosten für für diese Aktion nicht fest.
Es sind gerade die alten Platanen, die im Ortszentrum von Sóller einen besonderen, einen französischen Charme verbreiten. Das Ortsbild ist geprägt von Art-Deco- und Jugendstilgebäuden samt Architektur aus grauen Natursteinen.
Vor rund 100 Jahren kehrten viele "Sollerics", wie die Einwohner genannt werden, mit Geld in der Tasche in ihre Heimat zurück. Sie hatten es zuvor als Emigranten in Frankreich mit dem Früchtehandel zum Wohlstand gebracht. In Sóller ließen sie sich Häuser und Plätze im Stile Frankreichs errichten. So waren auch die die Platanan nach Sóller gelangt. (as)
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"Mir tut es im Herzen weh" - diesen Worten ist nichts hinzu zu fügen. Das Herz von Soller, der Dorplatz, ist gestorben. Egal ob an einem kalten Wintertag oder an einem heissen Sommertag - was diese Bäume dem Dorfplatz gegben haben ist fast nicht wieder gut zu machen. Wer einmal unter diesen Bäumen gesessen ist und das Ambiente genossen hat der wird sich nun nicht mehr wohl fühlen. Ich hoffe dass sich Gönner, Sponsoren, Stiftungen oder reiche Scheichs bzw. Russen finden, die nicht nur Luxushotels bauen sondern die der Gemeinde helfen einen der schönsten Dorfplätze Europas wieder herzustellen ansonsten werden nur noch Fotos an die "gute alte Zeit" erinnern und viele Touristen werden sagen "komm lass uns weiterfahren". Verweilen, einen Kaffee trinken, über die Welt philosofieren warum noch in Soller, Dorfplätze wie diesen gibt es ab sofort viele in Europa. Weltkulturerbe - dieser Platz hätte es verdient gehabt. Mir kommen die Tränen.


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